Zusammenfassung
Professionelle Fassadendämmung reduziert Heizkosten um bis zu 30% und erhöht den Immobilienwert. Kosten variieren je nach Dämmverfahren (WDVS, Kerndämmung) zwischen 80-200 €/m². Nutzen Sie staatliche Förderungen und lassen Sie sich von Fachbetrieben zur optimalen Dämmung für Ihr Gebäude beraten.
Zusammenfassung
Professionelle Fassadendämmung reduziert Heizkosten um bis zu 30% und erhöht den Immobilienwert. Kosten variieren je nach Dämmverfahren (WDVS, Kerndämmung) zwischen 80-200 €/m². Nutzen Sie staatliche Förderungen und lassen Sie sich von Fachbetrieben zur optimalen Dämmung für Ihr Gebäude beraten.
Über ungedämmte Fassaden verlieren Hausbesitzer bis zu 40% ihrer Heizenergie – ein teurer Verlust, der Jahr für Jahr Deine Energierechnung in die Höhe treibt. Die gute Nachricht: Wenn Du Deine Fassade dämmen lässt, kannst Du nicht nur erheblich Energie sparen, sondern erhältst auch attraktive staatliche Förderungen, die bis zu 40% der Investitionskosten abdecken. Doch die Wahl der richtigen Dämmung hängt stark vom Baujahr und der Wandkonstruktion Deines Hauses ab – ein entscheidender Faktor, den viele Ratgeber übersehen.
In diesem umfassenden Leitfaden erfährst Du alles Wichtige über Kosten, Methoden und Förderungen der Fassadendämmung. Besonders wichtig: Wir zeigen Dir, welche Dämmstrategie für Dein spezifisches Gebäude optimal ist und warum die pauschale Empfehlung "WDVS für alle" oft der falsche Ansatz ist.
Was ist Fassadendämmung und warum ist sie wichtig?
Die Dämmung der Außenwand ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz Deines Hauses. Während Du durch andere Renovierungsmaßnahmen wie Heizkosten sparen kannst, bietet die Fassadendämmung langfristige strukturelle Verbesserungen.
Grundprinzipien der Wärmedämmung an der Fassade
Die Wärmedämmung Fassade funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Eine zusätzliche Schicht an der Außenwand verhindert, dass die teure Heizwärme nach außen entweicht. Die Dämmschicht wirkt wie eine Thermoskanne für Dein Haus. Ohne ausreichende Dämmung entweichen bis zu 40% der Heizenergie über die Außenwände, bei Altbauten mit einschaligem Mauerwerk sogar noch mehr.
Moderne Fassadendämmung erreicht U-Werte zwischen 0,15 und 0,25 W/(m²K). Zum Vergleich: Eine ungedämmte Ziegelwand aus den 1960er Jahren weist U-Werte um 1,4 W/(m²K) auf – also fast sechsmal höhere Wärmeverluste. Dieser Unterschied bedeutet konkret: Wenn Du Deine Fassade dämmen lässt, reduzierst Du die Wärmeverluste um bis zu 80%.
Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Vermeidung von Wärmebrücken. Dabei handelt es sich um Stellen in der Gebäudehülle, an denen die Wärme besonders leicht entweichen kann – etwa an Fensterlaibungen oder Balkonen. Eine fachgerecht ausgeführte Außenwand dämmen eliminiert diese Schwachstellen und verhindert zudem Kondensation und Schimmelbildung.
Energetische und finanzielle Vorteile der Wärmedämmung Fassade
Wenn Du Deine Außenwand dämmen lässt, investierst Du in messbare Einsparungen. Konkret kannst Du mit folgenden finanziellen Vorteilen rechnen:
Die jährliche Heizkostenreduzierung liegt bei gut gedämmten Einfamilienhäusern zwischen 35 und 40%. Bei einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 150 kWh/m² vor der Dämmung bedeutet das eine Senkung auf etwa 90 kWh/m². Für ein 140 m² großes Haus entspricht dies jährlichen Einsparungen von 1.200 bis 1.800 Euro – je nach aktuellem Energiepreis.
Darüber hinaus steigert eine energetische Sanierung den Immobilienwert nachweislich um 10 bis 15%. Ein Haus mit KfW-55-Standard erzielt bei Verkauf oder Vermietung deutlich höhere Preise als vergleichbare, ungedämmte Objekte. Die Amortisationszeit der Investition liegt typischerweise zwischen 15 und 20 Jahren, wobei bei weiter steigenden Energiepreisen mit kürzeren Zeiträumen zu rechnen ist.
Du profitierst auch von einem verbesserten Wohnkomfort: Gedämmte Außenwände sind im Winter deutlich wärmer und im Sommer kühler. Die Oberflächentemperatur der Innenwände steigt um 3 bis 5°C, was das subjektive Wärmeempfinden erheblich verbessert und Zuglufterscheinungen reduziert.
Die verschiedenen Methoden der Fassadendämmung im Überblick
Bei der Entscheidung, wie Du Deine Fassade dämmen solltest, stehen Dir mehrere bewährte Systeme zur Verfügung. Jedes hat seine spezifischen Vor- und Nachteile, die Du bei Deiner Planung berücksichtigen solltest.
Wärmedämmverbundsystem (WDVS Fassade) - Die Standardlösung
Das WDVS Fassade ist die in Deutschland am häufigsten eingesetzte Methode zur Fassadendämmung. Bei diesem System werden Dämmplatten vollflächig auf die Außenwand geklebt und zusätzlich mit Dübeln befestigt. Darauf folgen eine Armierungsschicht mit Gewebe und ein abschließender Oberputz.
Mit einem WDVS erreichst Du hervorragende Dämmwerte. Je nach Dämmstoffdicke (üblich sind 14 bis 20 cm) lassen sich U-Werte zwischen 0,15 und 0,25 W/(m²K) realisieren. Als Dämmmaterial kommen verschiedene Optionen infrage: Expandiertes Polystyrol (EPS) ist mit 120 bis 140 Euro pro m² die kostengünstigste Variante, während Mineralwolle mit 140 bis 160 Euro pro m² etwas teurer, dafür aber nicht brennbar ist. Hochwertige PUR-Hartschaumplatten erreichen bei geringerer Dicke bessere Dämmwerte, kosten aber 160 bis 180 Euro pro m².
Die Installation eines WDVS erfordert ein intaktes, ebenes Mauerwerk. Falls Du gleichzeitig planst, Deine Fassade zu streichen, solltest Du dies nach der Dämmung tun, da die Oberfläche ohnehin neu gestaltet wird.
Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk
Falls Dein Haus über eine Klinkerfassade verfügt, könnte die Kerndämmung die optimale Lösung sein. Bei zweischaligem Mauerwerk existiert bereits ein Hohlraum zwischen der tragenden Innenwand und der äußeren Verblendschale – perfekt für eine nachträgliche Dämmung.
Dein Haus hat Klinkerfassade? Dann könnte die Kerndämmung die wirtschaftlichste Variante sein. Durch kleine Bohrlöcher wird der Hohlraum mit Einblasdämmung gefüllt. Diese Methode ist 30 bis 40% günstiger als ein WDVS und kostet typischerweise nur 30 bis 50 Euro pro m². Der große Vorteil: Die charakteristische Klinkerfassade bleibt vollständig erhalten.
Die Kerndämmung funktioniert besonders gut bei Gebäuden aus den 1950er bis 1980er Jahren, als zweischaliges Mauerwerk in Deutschland weit verbreitet war. Als Dämmmaterial kommen Mineralwolle-Flocken, EPS-Granulat oder Perlite infrage. Wichtig ist eine fachgerechte Verarbeitung, da Hohlräume zu Wärmebrücken führen würden.
Alternative Systeme (Vorhangfassaden, Innendämmung)
Wenn ein WDVS aus bauphysikalischen oder denkmalschützerischen Gründen nicht infrage kommt, existieren weitere Optionen. Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) bietet exzellenten Witterungsschutz und ermöglicht verschiedene Gestaltungsvarianten – von Holz über Schiefer bis hin zu Faserzementplatten. Die Kosten liegen mit 180 bis 250 Euro pro m² allerdings deutlich höher.
Die Innendämmung solltest Du nur als letzte Alternative in Betracht ziehen. Sie kommt hauptsächlich bei denkmalgeschützten Gebäuden zum Einsatz, wo die Fassade nicht verändert werden darf. Der Nachteil: Du verlierst Wohnfläche und musst besonders auf den Feuchteschutz achten, da das Risiko von Tauwasserbildung steigt.
Baujahr und Wandmaterial: Entscheidende Faktoren für die Dämmstrategie
Hier kommt der entscheidende Punkt, den viele Ratgeber übersehen: Die Wahl der richtigen Dämmmethode hängt maßgeblich vom Alter und der Bauweise Deines Hauses ab. Eine pauschale Empfehlung führt oft zu suboptimalen Ergebnissen oder sogar zu Bauschäden. Ähnlich wichtig wie bei einer Dachsanierung ist auch hier die individuelle Betrachtung.
Altbauten vor 1960: Spezielle Herausforderungen
Besitzt Du ein Haus aus dieser Zeit, solltest Du besondere Vorsicht walten lassen. Historisches Mauerwerk aus Vollziegeln, Naturstein oder Bruchstein hat ganz andere bauphysikalische Eigenschaften als moderne Baustoffe. Diese Wände sind diffusionsoffen – sie können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Ein standard WDVS kann diese Atmungsfähigkeit beeinträchtigen und zu Feuchteschäden führen.
Für Altbauten empfehlen sich kapillaraktive Dämmsysteme wie Kalzium-Silikat-Platten oder mineralische Dämmputze. Diese Materialien sind teurer (150 bis 200 Euro pro m²), ermöglichen aber weiterhin den Feuchtetransport. Alternativ kann eine Innendämmung mit diffusionsoffenen Materialien sinnvoll sein, wenn die historische Fassade erhalten werden soll.
Besonders bei Fachwerk oder Gebäuden mit historischer Substanz ist die Beratung durch einen Energieberater mit Erfahrung im Denkmalschutz unerlässlich. Fehler bei der Dämmung können hier zu irreversiblen Schäden an der Bausubstanz führen.
Bauten 1960-1990: Übergangszeit mit verschiedenen Konstruktionen
In dieser Bauperiode wurden unterschiedlichste Wandkonstruktionen verwendet – von einschaligem Mauerwerk über zweischaliges bis hin zu frühen Betonfertigteilen. Falls Du ein Haus aus dieser Zeit besitzt, ist zunächst eine genaue Bestandsaufnahme erforderlich.
Häuser mit Klinkerfassade aus den 1960er und 1970er Jahren bieten oft ideale Voraussetzungen für eine Kerndämmung. Die Hohlschicht zwischen tragender Wand und Verblender kann kostengünstig mit Einblasdämmung gefüllt werden. Bei einschaligem Mauerwerk ist ein klassisches WDVS die Standardlösung.
Für Gebäude aus DDR-Zeiten mit Betonfertigteilen gelten besondere Anforderungen. Hier muss das Dämmsystem die vorhandene Tragstruktur berücksichtigen und oft müssen Wärmebrücken an den Plattenstößen besonders behandelt werden. Die Kosten steigen dadurch um 20 bis 30%.
Moderne Gebäude ab 1990: Standardisierte Dämmverfahren
Bei Häusern aus den 1990er Jahren existiert oft bereits eine Grunddämmung von 4 bis 8 cm, die den damaligen Standards entsprach. Hier stellt sich die Frage: Aufdoppeln oder komplett erneuern? Eine Aufstockung der bestehenden Dämmung ist möglich, wenn die vorhandene Schicht noch intakt ist. Dies spart Kosten, da keine komplette Neugestaltung der Fassade erforderlich wird.
Bei Neubauten ab 2000 ist meist schon eine ausreichende Dämmung vorhanden. Hier lohnt sich eine energetische Sanierung der Fassade oft erst nach 30 bis 40 Jahren, wenn die Fassade ohnehin renovierungsbedürftig wird. Anders verhält es sich beim Keller ausbauen – dort kann eine nachträgliche Dämmung auch bei neueren Gebäuden sinnvoll sein.
Dämmempfehlungen nach Baujahr und Wandaufbau
| Baujahr | Typische Konstruktion | Empfohlenes Verfahren | Besonderheiten | Ungefähre Kosten/m² |
|---|---|---|---|---|
| Vor 1930 | Vollziegel, Naturstein | Mineralischer Dämmputz, diffusionsoffene Systeme | Feuchteschutz beachten, Denkmalschutz prüfen | 150-220 Euro |
| 1930-1960 | Vollziegel einschalig | WDVS mit Mineralwolle oder diffusionsoffenes System | Oft niedrige Wandstärken, statische Prüfung | 130-180 Euro |
| 1960-1970 | Zweischalig mit Klinker | Kerndämmung (Einblasdämmung) | Hohlschicht vorhanden, kostengünstig | 30-50 Euro |
| 1970-1980 | Leichtbeton, Hohlblocksteine | WDVS Standard | Unkomplizierte Anwendung | 120-160 Euro |
| 1980-1990 | Kalksandstein, Porenbeton | WDVS Standard | Guter Untergrund | 120-160 Euro |
| 1990-2000 | Mit Grunddämmung 4-8 cm | Aufdopplung möglich | Bestand prüfen | 100-140 Euro |
| Ab 2000 | Bereits gut gedämmt | Meist nicht erforderlich | Nur bei Sanierung | - |
Kosten der Fassadendämmung: Preise, Faktoren und Wirtschaftlichkeit
Die Investition in eine Fassadendämmung ist erheblich, deshalb möchtest Du sicher genau wissen, welche Kosten auf Dich zukommen und ob sich die Investition wirklich lohnt. Die Kostenstruktur beim Außenwand dämmen ist komplex und hängt von vielen Faktoren ab.
Fassade dämmen Kosten pro Quadratmeter im Detail
Für ein WDVS mit EPS-Dämmung liegt der durchschnittliche Preis bei 120 bis 180 Euro pro m². Dieser Betrag setzt sich zusammen aus Material (40-60 Euro/m²), Arbeitsleistung (50-80 Euro/m²) und Gerüstkosten (15-25 Euro/m²). Dein Budget sollte mindestens diese Beträge einkalkulieren, wobei regionale Unterschiede erheblich sein können.
Die Kerndämmung ist mit 15 bis 25 Euro pro m² deutlich günstiger, da kein Gerüst benötigt wird und die Arbeitszeit minimal ist. Für ein 140 m² großes Einfamilienhaus mit 120 m² Fassadenfläche bedeutet das: WDVS kostet 14.400 bis 21.600 Euro, Kerndämmung nur 1.800 bis 3.000 Euro.
Bei der Materialwahl beeinflusst die Dämmstoffart die Gesamtkosten erheblich. Mineralwolle-WDVS liegt preislich 15 bis 20% über EPS-Systemen, bietet aber besseren Brandschutz. Ökologische Dämmstoffe wie Holzfaser kosten nochmal 20 bis 30% mehr, punkten aber mit Nachhaltigkeit und guten Sommerwärmeschutz-Eigenschaften.
Kostenfaktoren und Wirtschaftlichkeitsberechnung
Über die reinen Materialkosten hinaus musst Du weitere Faktoren einkalkulieren. Die Gerüstmiete schlägt mit 15 bis 20 Euro pro m² zu Buche und ist bei jedem Fassadenprojekt erforderlich. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus sind das zusätzliche 3.000 bis 4.000 Euro.
Vorbereitende Arbeiten können die Kosten weiter erhöhen: Alte Putzschichten müssen eventuell entfernt werden (zusätzlich 10-20 Euro/m²), Risse im Mauerwerk sollten saniert werden, und Fensteranschlüsse erfordern besondere Sorgfalt. Diese Zusatzarbeiten können je nach Zustand der Fassade 2.000 bis 8.000 Euro betragen.
Die Amortisation erfolgt durch eingesparte Heizkosten. Bei einem Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche und 120 m² Fassade sparst Du jährlich etwa 1.500 bis 2.000 Euro an Heizkosten. Bei Investitionskosten von 18.000 Euro für ein WDVS ergibt sich eine Amortisationszeit von etwa 12 bis 15 Jahren – wobei staatliche Förderungen diese deutlich verkürzen.
Ähnlich wie beim nachhaltigen Bauen solltest Du die langfristigen Einsparungen gegen die Anfangsinvestition abwägen. Die Wertsteigerung Deiner Immobilie ist dabei noch nicht eingerechnet.
Kostenvergleich verschiedener Dämmverfahren
| Verfahren | Material/m² | Montage/m² | Gesamt/m² | Dämmleistung (U-Wert) | Lebensdauer |
|---|---|---|---|---|---|
| WDVS mit EPS | 40-60 Euro | 65-95 Euro | 120-180 Euro | 0,20 W/(m²K) | 30-40 Jahre |
| WDVS mit Mineralwolle | 50-70 Euro | 70-100 Euro | 140-190 Euro | 0,22 W/(m²K) | 35-45 Jahre |
| Kerndämmung | 10-15 Euro | 10-20 Euro | 30-50 Euro | 0,30 W/(m²K) | 50+ Jahre |
| Vorhangfassade | 80-120 Euro | 80-120 Euro | 180-280 Euro | 0,18 W/(m²K) | 40-50 Jahre |
| Innendämmung | 60-90 Euro | 50-80 Euro | 130-200 Euro | 0,35 W/(m²K) | 25-35 Jahre |
Staatliche Förderung und Finanzierungsmöglichkeiten 2025
Die gute Nachricht: Der Staat unterstützt Dich massiv bei der energetischen Sanierung. Die Fassadendämmung staatliche Förderung kann Deine Investitionskosten um bis zu 40% reduzieren und macht das Projekt damit erheblich attraktiver.
KfW-Förderung für energetische Sanierung
Die KfW-Bank bietet zwei Hauptprogramme für die Fassadendämmung. Das Programm KfW 261 "Wohngebäude – Kredit" gewährt Dir einen zinsgünstigen Kredit bis zu 150.000 Euro bei einem effektiven Jahreszins von aktuell 2,36% (Stand 2025). Zusätzlich erhältst Du einen Tilgungszuschuss von 20% der Kreditsumme, wenn Du den Effizienzhausstandard 85 erreichst. Bei noch besseren Standards (70, 55 oder 40) steigt der Zuschuss auf bis zu 45%.
Beantrage Deine Förderung unbedingt vor Beginn der Baumaßnahmen! Ein nachträglicher Antrag ist ausgeschlossen. Die technischen Anforderungen sind klar definiert: Der U-Wert der Fassade muss nach der Dämmung ≤ 0,20 W/(m²K) betragen. Dies erreichst Du mit einem Standard-WDVS problemlos.
Das Programm KfW 262 "Einzelmaßnahmen – Kredit" ist speziell für einzelne Sanierungsmaßnahmen konzipiert. Hier erhältst Du bis zu 60.000 Euro Kredit mit 15% Tilgungszuschuss. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 18.000 Euro Dämmkosten bedeutet das: Du musst nur 15.300 Euro zurückzahlen – der Staat übernimmt 2.700 Euro.
BAFA-Zuschüsse und weitere Fördermöglichkeiten
Die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) vergibt direkte Zuschüsse für energetische Einzelmaßnahmen. Seit 2025 sind diese Programme in die KfW-Förderung integriert worden, aber der Zuschusssatz beträgt weiterhin 15% der förderfähigen Kosten bei Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle.
Zusätzlich kannst Du von steuerlichen Vorteilen profitieren: Nach § 35c EStG sind 20% der Aufwendungen für energetische Sanierungen über drei Jahre verteilt von der Steuerschuld abziehbar – maximal 40.000 Euro. Diese Option ist besonders attraktiv, wenn Du keine KfW-Förderung in Anspruch nimmst.
Viele Bundesländer und Kommunen bieten eigene Förderprogramme an. In Bayern beispielsweise gibt es das "10.000-Häuser-Programm", Nordrhein-Westfalen fördert über die NRW.Bank zusätzlich. Diese regionalen Programme können mit der KfW-Förderung kombiniert werden und erhöhen Deine Zuschüsse weiter.
Ein wichtiger Hinweis: Die Beauftragung eines Energieeffizienz-Experten ist für die Förderung obligatorisch. Die Kosten von 2.000 bis 4.000 Euro werden aber zu 50% gefördert. Der Experte plant die Maßnahme, stellt den Förderantrag und überwacht die fachgerechte Ausführung.
Schritt-für-Schritt: So gehst Du bei der Fassadendämmung vor
Die Planung und Durchführung einer Fassadendämmung erfordert eine strukturierte Vorgehensweise. Hier ist Dein Fahrplan vom ersten Gedanken bis zur fertig gedämmten Fassade:
Schritt 1 - Bestandsaufnahme (2-4 Wochen): Beauftrage einen Energieberater zur Analyse Deines Gebäudes. Er ermittelt die Wandkonstruktion, vorhandene Dämmstärken und die optimal erreichbaren U-Werte. Kosten: 800 bis 1.500 Euro, zu 50% gefördert.
Schritt 2 - Angebote einholen (4-6 Wochen): Hole mindestens drei Vergleichsangebote von Fachbetrieben ein. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Referenzen, verwendete Materialien und Gewährleistung. Prüfe, ob die Firmen für die KfW-Förderung qualifiziert sind.
Schritt 3 - Förderung beantragen (1-2 Wochen): Dein Energieberater stellt den KfW-Antrag. Warte mit der Auftragserteilung, bis die Förderzusage vorliegt. Bei BAFA-Anträgen gilt eine vereinfachte Antragstellung.
Schritt 4 - Ausführung (4-8 Wochen): Die eigentlichen Dämmarbeiten dauern je nach Hausgröße 4 bis 8 Wochen. Plane die Maßnahme für die warme Jahreszeit (Mai bis September), da viele Materialien Mindesttemperaturen für die Verarbeitung erfordern.
Schritt 5 - Qualitätskontrolle: Lass die fertige Dämmung durch Deinen Energieberater abnehmen. Er prüft die fachgerechte Ausführung und stellt die für die Förderung erforderliche Bestätigung aus.
Der gesamte Prozess vom ersten Beratungsgespräch bis zur fertigen Fassade dauert typischerweise 4 bis 6 Monate. Plane entsprechend vorausschauend, besonders wenn Du die Arbeiten in der optimalen Jahreszeit durchführen möchtest.
Häufig gestellte Fragen zur Fassadendämmung
Was kostet es, eine 100 m² Fassade zu dämmen? Für eine 100 m² große Fassade mit Standard-WDVS musst Du mit Kosten zwischen 12.000 und 18.000 Euro rechnen. Dies beinhaltet Material, Arbeitsleistung und Gerüst. Bei einer Kerndämmung reduzieren sich die Kosten auf 3.000 bis 5.000 Euro. Mit KfW-Förderung sinkt Deine Eigenbelastung um 15-20%.
Welche Dämmstärke ist für die Fassade optimal? Die optimale Dämmstärke liegt zwischen 14 und 20 cm, abhängig vom gewählten Material. Mit 16 cm EPS oder 18 cm Mineralwolle erreichst Du den geforderten U-Wert von 0,20 W/(m²K) problemlos. Dickere Dämmungen bringen nur marginale energetische Verbesserungen, kosten aber deutlich mehr.
Kann ich eine Fassadendämmung selbst anbringen? Theoretisch ja, praktisch raten wir davon ab. Die fachgerechte Ausführung erfordert Erfahrung, spezielles Werkzeug und präzises Arbeiten. Fehler bei der Dämmung führen zu Wärmebrücken, Feuchteschäden oder Rissen im Putz. Zudem ist für die KfW-Förderung die Ausführung durch einen Fachbetrieb Voraussetzung.
Muss ich bei der Fassadendämmung auch die Fenster erneuern? Nicht zwingend, aber oft sinnvoll. Wenn Deine Fenster älter als 20 Jahre sind, lohnt sich der gleichzeitige Austausch. Neue Fenster in Kombination mit gedämmter Fassade vermeiden Wärmebrücken und maximieren die Energieeinsparung. Zudem ist das Gerüst ohnehin vorhanden, was Zusatzkosten spart. Beim Wände streichen solltest Du ebenfalls ein Gesamtkonzept verfolgen.
Wie lange dauert die Dämmung einer Einfamilienhausfassade? Ein typisches Einfamilienhaus mit 120-150 m² Fassadenfläche wird in 4 bis 6 Wochen komplett gedämmt. Dies umfasst Gerüstaufbau, Vorbereitung des Untergrunds, Anbringen der Dämmplatten, Armierung und Oberputz sowie Gerüstabbau. Bei schlechter Witterung kann sich die Bauzeit verlängern.
Welche Dämmung eignet sich für Altbauten mit historischer Fassade? Für denkmalgeschützte Gebäude kommen diffusionsoffene Systeme wie mineralische Dämmputze oder Kalzium-Silikat-Platten infrage. Alternativ ist eine Innendämmung möglich, die die Außenansicht nicht verändert. Lass Dich hier unbedingt von einem Energieberater mit Denkmalschutz-Erfahrung beraten.
Gibt es Förderung auch für Einzelmaßnahmen oder nur für Komplettsanierung? Ja, die KfW fördert auch Einzelmaßnahmen! Das Programm KfW 262 ist speziell für einzelne energetische Verbesserungen konzipiert. Du erhältst 15% Zuschuss auf die förderfähigen Kosten, maximal 60.000 Euro Kreditsumme. Eine Komplettsanierung zum Effizienzhaus bringt höhere Fördersätze, ist aber nicht Voraussetzung.
Wie oft muss eine Fassadendämmung erneuert werden? Ein fachgerecht ausgeführtes WDVS hält 30 bis 40 Jahre. Danach kann eine Auffrischung des Oberputzes erforderlich sein, die Dämmung selbst bleibt aber funktionstüchtig. Kerndämmungen haben eine noch längere Lebensdauer von 50+ Jahren. Regelmäßige Inspektion alle 10 Jahre ist empfehlenswert.
Fazit: Fassade dämmen als lohnende Investition in Energieeffizienz und Wohnkomfort
Die Entscheidung, Deine Fassade zu dämmen, ist eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft Deines Hauses. Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Mit Einsparungen von 35-40% bei den Heizkosten, staatlicher Förderung bis zu 40% der Investitionskosten und einer Wertsteigerung Deiner Immobilie um 10-15% rentiert sich die Maßnahme langfristig in jedem Fall.
Besonders wichtig ist die individuelle Betrachtung Deines Gebäudes. Nicht jede Dämmung passt zu jeder Fassade – das Baujahr, die Wandkonstruktion und der Gebäudezustand bestimmen die optimale Strategie. Während bei Häusern mit zweischaligem Mauerwerk die kostengünstige Kerndämmung ideal ist, benötigen Altbauten oft spezielle, diffusionsoffene Systeme. Neuere Gebäude ab den 1990er Jahren verfügen häufig schon über eine Grunddämmung, die aufgedoppelt werden kann.
Starte jetzt mit der Planung Deiner Fassadendämmung: Kontaktiere einen Energieberater, hole Vergleichsangebote ein und sichere Dir die staatlichen Förderungen. Die Investition zahlt sich aus – Jahr für Jahr durch niedrigere Heizkosten, sofort durch höheren Wohnkomfort und langfristig durch eine nachhaltige Wertsteigerung Deiner Immobilie.
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