DE

Baumfällung selbst durchführen oder Profi beauftragen?

Baumfällung selbst durchführen oder Profi beauftragen?

15.12.2025

Lesezeit 7 Minuten

Zusammenfassung

Hausbesitzer bei der fundierten Entscheidung zwischen Eigenleistung und Fachbetrieb unterstützen durch objektive Darstellung von Risiken, Kosten und rechtlichen Aspekten.

Zusammenfassung

Hausbesitzer bei der fundierten Entscheidung zwischen Eigenleistung und Fachbetrieb unterstützen durch objektive Darstellung von Risiken, Kosten und rechtlichen Aspekten.

Vielleicht denkst Du gerade: "Ist doch nur ein Baum – den kriege ich schon klein." Diese Einstellung teilen Tausende Hobby-Gärtner jedes Jahr, bevor sie ihre Baumfällung selbst machen. Was viele Tutorials verschweigen: Die meisten DIY-Versuche enden problematisch – sei es durch Unfälle, Sachschäden oder teure Nachbesserungen durch Profis. Die Kosten für eine missglückte Eigenleistung übersteigen oft das Dreifache einer professionellen Fällung.

Das eigentliche Problem liegt nicht in den YouTube-Anleitungen zur Kettensägentechnik. Diese sind durchaus hilfreich. Das Kernproblem ist die fehlende ehrliche Risiko-Nutzen-Bewertung: Wann lohnt sich die Eigenleistung wirklich, und wann riskierst Du mehr als Du sparst? Diese kritische Selbsteinschätzung fehlt in den meisten Ratgebern komplett.

Dieser Artikel gibt Dir eine schonungslos ehrliche Entscheidungshilfe. Du erfährst nicht nur, wie man Bäume fällt, sondern vor allem ob Du es tun solltest. Von versteckten Kosten über rechtliche Fallstricke bis zu konkreten Gefahrensituationen – hier bekommst Du die Wahrheit, die zwischen "Kann ich schon machen" und "Sollte ich besser lassen" liegt.

Warum die meisten Hobby-Gärtner ihre Fähigkeiten überschätzen

Die Statistik ist ernüchternd: Etwa 80% aller DIY-Baumfällversuche verlaufen nicht wie geplant. Der Baum fällt in die falsche Richtung, beschädigt den Zaun des Nachbarn oder bleibt unkontrolliert in anderen Ästen hängen. Diese Zahlen verschweigen die meisten Anleitungen zum Thema Baum selber fällen. Warum ist die Erfolgsquote so niedrig?

Das Problem beginnt mit der Täuschung durch Tutorial-Videos. Was dort in zehn Minuten perfekt funktioniert, ist das Ergebnis jahrelanger Erfahrung. Die Kameraführung lässt Dich nicht sehen, wie der Profi Wind, Gewicht und Schwerpunkt intuitiv einschätzt. Du siehst nur die Technik, nicht die dahinterliegende Expertise.

Ein weiterer kritischer Punkt: Die physischen Anforderungen werden massiv unterschätzt. Einen 8-Meter-Baum zu fällen bedeutet mehrere Stunden körperlich anstrengende Arbeit. Die Kettensäge wiegt 5-7 Kilogramm, die Du präzise und ruhig führen musst – während Du konzentriert bleibst. Nach 30 Minuten lässt bei Ungeübten die Konzentration nach, genau dann passieren die meisten Unfälle.

Die gefährlichste Selbstüberschätzung liegt in der Berechnung der Fallrichtung. Ein Baum fällt selten exakt dorthin, wo Du es planst. Seitenwind, unsichtbare Fäulnis im Stamm, ungleichmäßige Kronenverteilung – all das beeinflusst die Richtung. Profis haben ein Gefühl dafür entwickelt, Du nicht. Der Unterschied zwischen "ungefähr richtig" und "exakt richtig" kann 2-3 Meter ausmachen – genau der Abstand zu Deinem Gartenhaus.

RisikofaktorEinschätzung LaieTatsächliche GefahrFolgekosten bei Fehler
Fallrichtung berechnen"Wird schon passen"Abweichung 2-5 Meter möglich3.000-15.000 € Sachschaden
Körperliche Belastung"Schaffe ich"4-6 Stunden harte Arbeit500-2.000 € Profi-Nachbesserung
Sicherheitsausrüstung"Brauche ich nicht"Gesetzlich vorgeschrieben1.000-50.000 € bei Unfall
Entsorgung"Werfe ich weg"200-400 € EntsorgungskostenPlus Bußgeld bei falscher Entsorgung

Die rechtlichen Fallstricke beim Baum selber fällen

Bevor Du überhaupt zur Kettensäge greifst, musst Du die rechtliche Lage klären. Hier lauern Fallen, die Dich schnell mehrere Tausend Euro kosten können. Die Baumfällgenehmigung ist dabei nur die Spitze des Eisbergs.

Genehmigungspflicht ab 80cm Stammumfang

In den meisten Bundesländern benötigst Du eine Genehmigung, sobald der Stammumfang in 1,30 Meter Höhe gemessen 80 Zentimeter überschreitet. Das entspricht etwa 25 Zentimetern Durchmesser – kleiner als die meisten denken. Miss nach, bevor Du anfängst. Die Genehmigung kostet 50-200 Euro und dauert 4-8 Wochen Bearbeitungszeit.

Das Tückische: Viele Gemeinden haben zusätzliche Baumschutzverordnungen. In manchen Regionen sind bereits Bäume ab 60 Zentimetern Umfang geschützt, in Naturschutzgebieten gelten noch strengere Regeln. Die Ausnahmen sind kompliziert: Obstbäume sind oft genehmigungsfrei, aber nur wenn sie tatsächlich Früchte tragen. Ein ungepflegter Apfelbaum verliert diesen Status.

Die Strafe bei illegaler Fällung kann drastisch sein: Bußgelder zwischen 500 und 50.000 Euro sind möglich, abhängig vom Wert und Alter des Baumes. Eine 80 Jahre alte Eiche in geschützter Lage? Das kann Dich tatsächlich fünfstellig kosten. Dazu kommt oft die Pflicht zu Ersatzpflanzungen im Verhältnis 1:2 oder 1:3.

Nachbarrecht und Haftungsfragen

Die rechtliche Situation wird noch komplizierter, wenn der Baum nahe der Grundstücksgrenze steht. Selbst wenn der Stamm auf Deinem Grundstück wächst, musst Du den Nachbarn informieren, wenn Äste oder Wurzeln auf sein Grundstück ragen. Bei gemeinsamen Grenzbäumen benötigst Du sogar seine Zustimmung zur Fällung.

Deine Haftung bei der Baumfällung Eigenleistung ist umfassend: Fällt der Baum auf das Auto des Nachbarn, haftest Du persönlich. Deine private Haftpflichtversicherung zahlt nur bei unvorhersehbaren Ereignissen – nicht bei grober Fahrlässigkeit. Wenn Du ohne entsprechende Fachkenntnisse einen großen Baum fällst und dabei Schaden anrichtest, kann die Versicherung die Zahlung verweigern.

Die Versicherungssituation ist kritisch: Viele Versicherer stufen DIY-Baumfällungen als erhöhtes Risiko ein. Im Schadensfall prüfen sie genau, ob Du die erforderliche Sachkunde besitzt. Ohne nachweisbare Erfahrung oder Schulung kann das zum Problem werden. Eine professionelle Fachfirma hingegen ist vollständig versichert – alle Schäden während der Arbeit sind abgedeckt.

Die versteckten Kosten beim Baum selber fällen

Auf den ersten Blick scheint DIY günstig: Eine Kettensäge kostet 300-800 Euro, die Fällung durch einen Profi 700-2.500 Euro. Doch diese Rechnung ignoriert entscheidende Faktoren, die die vermeintliche Ersparnis schnell zunichtemachen.

Ausrüstung: Der 500-1.500 Euro Schock

Für eine sichere und legale Fällung brauchst Du mehr als nur eine Motorsäge. Die Sicherheitsausrüstung ist gesetzlich vorgeschrieben und nicht verhandelbar:

  • Kettensäge: 300-800 Euro für ein Markengerät mit ausreichender Leistung. Billig-Modelle unter 200 Euro sind für Bäume über 30cm Durchmesser ungeeignet und gefährlich.

  • Schnittschutzhose: 100-250 Euro. Schützt bei Kettensägenkontakt vor schweren Verletzungen.

  • Schutzhelm mit Visier und Gehörschutz: 80-150 Euro. Herabfallende Äste sind eine der häufigsten Unfallursachen.

  • Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe: 80-150 Euro. Standard-Arbeitsschuhe reichen nicht.

  • Arbeitshandschuhe mit Schnittschutz: 30-60 Euro.

  • Fällkeile und Wendehaken: 40-80 Euro für professionelles Werkzeug.

  • Axt oder Spaltbeil: 50-100 Euro für die Aufarbeitung.

Zusammen kommst Du auf 680-1.590 Euro – und das ist die Grundausstattung. Bei größeren Bäumen brauchst Du zusätzlich:

  • Teleskop-Astsäge: 100-300 Euro für hohe Äste

  • Seil und Umlenkrollen: 80-150 Euro für kontrolliertes Abseilen

  • Hubarbeitsbühne oder Leiter: 150-400 Euro Leihgebühr pro Tag

Entsorgung und Versicherung

Die Entsorgung wird oft komplett vergessen. Ein 8-Meter-Baum produziert 2-4 Kubikmeter Holz und Grünschnitt. Die Entsorgungskosten beim Wertstoffhof liegen bei 30-40 Euro pro Kubikmeter, macht 120-160 Euro. Das gilt nur, wenn Du es selbst transportierst – mit eigenem Anhänger.

Hast Du keinen Anhänger, kommen Leihgebühren von 50-80 Euro pro Tag hinzu. Professionelle Entsorgung durch einen Containerdienst kostet 200-400 Euro. Die versteckten Kosten summieren sich schnell auf Beträge, die einer professionellen Baumfällung nahekommen.

Dann ist da noch die Versicherungslücke: Deine Privathaftpflicht deckt möglicherweise keine Schäden durch Baumfällarbeiten ab. Eine zusätzliche Absicherung würde 100-300 Euro jährlich kosten – selbst wenn Du nur einmal einen Baum fällst. Profis haben diese Versicherung bereits, Du trägst das Risiko privat.

Sicherheitsrisiken erfordern echte Erfahrung

Hier kommen wir zum Kern des Problems: Die physischen Gefahren beim Baumfällung selbst machen werden in Tutorials systematisch verharmlost. Die Realität ist härter als jedes Video suggeriert.

Kritische Faktoren bei der Fällung

Die Fallrichtung zu berechnen ist komplexer als "Schau, wo die Krone schwerer ist." Wind spielt eine massive Rolle – selbst leichte Böen können einen 10-Meter-Baum um 2-3 Meter von der geplanten Richtung abbringen. Bei starkem Wind ist jede Fällung lebensgefährlich, Punkt. Profis verschieben Termine bei ungünstiger Wetterlage, Laien unterschätzen die Gefahr.

Innere Fäulnis ist von außen oft nicht sichtbar. Ein Baum kann gesund aussehen, während der Kern morsch ist. Beim Sägen bricht er dann unkontrolliert – in eine völlig unvorhergesehene Richtung. Profis erkennen Warnsignale wie verfärbte Rinde, Pilzbefall oder ungewöhnliche Kronenformen. Dir fehlt dieser geschulte Blick.

Die präzise Schnittführung erfordert jahrelange Übung. Der Fallkerb muss exakt im richtigen Winkel und in der richtigen Tiefe gesetzt werden. Zu flach – der Baum dreht sich. Zu tief – die Sollbruchstelle versagt. Der Fällschnitt muss millimetergenau auf der richtigen Höhe angesetzt werden. Ein Zentimeter Abweichung kann den Unterschied zwischen kontrolliertem Fall und Katastrophe bedeuten.

Typische Unfallszenarien beim Baum selber fällen

Das gefürchtetste Szenario hat sogar einen eigenen Namen unter Profis: Der "Witwenmacher." Das ist ein Ast, der während der Fällung bricht und nach unten stürzt. Er trifft den Fällenden von oben, oft mit tödlichem Ausgang. Statistisch passiert das bei etwa 15% aller schweren Unfälle. Du siehst den Ast nicht kommen, weil Du auf den Sägeschnitt konzentriert bist.

Rückschläge der Kettensäge sind die zweithäufigste Verletzungsursache. Wenn die Sägekette auf einen Ast oder Stein trifft, schießt die Säge unkontrolliert nach hinten – direkt auf Dich zu. Ohne Schnittschutzhose sind tiefe Schnittverletzungen die Folge. Die Reaktionszeit ist zu kurz, um auszuweichen.

Der Baum kann auch "Stuhlbildung" zeigen – er spaltet sich vertikal und ein Teil schießt nach hinten auf den Fällenden zu. Das passiert vor allem bei Bäumen unter Spannung, etwa bei hängenden oder schiefen Bäumen. Diese Spannung richtig einzuschätzen, erfordert Erfahrung, die Du beim ersten Baum nicht hast.

UnfallartHäufigkeitDurchschn. BehandlungskostenArbeitsunfähigkeit
Schnittverletungen Bein/Fuß40%2.000-8.000 €4-12 Wochen
Herabfallende Äste25%5.000-25.000 €8-24 Wochen
Wirbelsäulenverletzungen15%15.000-50.000 €12-52+ Wochen
Quetschungen durch Stamm12%3.000-15.000 €6-16 Wochen
Gehörschäden8%1.000-5.000 €Dauerhaft

Wann Du definitiv einen Profi brauchst

Es gibt klare Szenarien, in denen die Frage "Baumfällung selbst machen oder Profi?" nur eine Antwort hat: Profi. Diese Grenzlinien solltest Du niemals überschreiten.

Die 5-Meter-Regel ist ein guter Orientierungspunkt: Bäume über 5 Meter Höhe gehören in professionelle Hände. Ab dieser Höhe wird die Fallrichtung schwer kontrollierbar, die Wucht beim Aufprall ist enorm und die Verletzungsgefahr steigt exponentiell. Ja, Du findest online Anleitungen für 10-Meter-Bäume – aber die Autoren haften nicht für Deine Unfälle.

Wenn der Baum näher als seine Höhe an Gebäuden, Stromleitungen oder Grundstücksgrenzen steht, ist Eigenleistung fahrlässig. Ein 8-Meter-Baum sollte mindestens 10 Meter Abstand zu allen Strukturen haben. Bei weniger Abstand musst Du den Baum in Teilstücken abtragen – eine Technik, die Kletterfähigkeiten und Seilsicherung erfordert. Das ist definitiv nichts für Laien.

Bestimmte Baumarten sind besonders tückisch: Pappeln und Weiden neigen zur Stuhlbildung. Obstbäume haben oft unsichtbare Faulstellen. Nadelbäume können beim Fallen splittern. Wenn Du Dir unsicher über die Baumart bist oder der Baum Krankheitszeichen zeigt, lass die Finger davon.

Schief gewachsene oder durch Sturm beschädigte Bäume sind die gefährlichsten. Hier wirken Spannungskräfte, die selbst Profis respektieren. Der Baum steht unter enormem Druck, der beim Sägen explosionsartig freigesetzt werden kann. Solche Bäume gehören ausnahmslos in Expertenhände.

Ein praktischer Selbsttest: Kann ich meinen Baum selbst fällen?

  • Ist der Baum unter 5 Meter hoch? → Ja/Nein

  • Steht er mindestens seine Höhe × 1,5 von allen Strukturen entfernt? → Ja/Nein

  • Ist der Baum gerade gewachsen und gesund? → Ja/Nein

  • Habe ich die komplette Sicherheitsausrüstung? → Ja/Nein

  • Habe ich schon einmal einen Baum gefällt? → Ja/Nein

  • Ist der Stammumfang unter 80cm (keine Genehmigung nötig)? → Ja/Nein

Wenn auch nur eine Antwort "Nein" lautet, beauftrage einen Profi. Die Einsparung lohnt das Risiko nicht.

Wann sich DIY-Baumfällung wirklich lohnt

Trotz aller Warnungen: Es gibt Situationen, in denen Du einen kleinen Baum durchaus selbst fällen kannst – wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist. Die Bedingungen müssen aber perfekt passen.

Ideale Kandidaten für DIY sind junge Bäume bis 4 Meter Höhe mit einem Stammdurchmesser unter 20 Zentimetern. In diesem Stadium ist die Fällung noch überschaubar, die Fallwucht beherrschbar und das Verletzungsrisiko deutlich geringer. Du brauchst nicht einmal eine Kettensäge – eine scharfe Bügelsäge reicht aus.

Die Umgebung muss absolut frei sein: 10 Meter Radius ohne Hindernisse in jede Richtung. Das bedeutet keine Zäune, keine Gartengeräte, keine Wäscheleinen, keine parkenden Autos. Wenn der Baum in die falsche Richtung kippt, sollte er auf Rasenfläche fallen und nichts beschädigen können.

Wichtig ist auch Deine körperliche Verfassung: Bist Du fit genug für 3-4 Stunden schwere körperliche Arbeit? Hast Du Rückenprobleme oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen? Die Anstrengung wird unterschätzt. Plane mindestens einen vollen Samstag ein, besser zwei Tage – einen für die Fällung, einen für die Aufarbeitung und Entsorgung.

Die Investition in Werkzeug lohnt sich nur, wenn Du mehrere Bäume fällen wirst oder das Equipment anderweitig nutzt. Bei einem Einmalgebrauch vergleiche ehrlich: 800 Euro Ausrüstung versus 700 Euro Profi. Die Rechnung geht nicht auf. Als Alternative kannst Du manche Werkzeuge im Baumarkt leihen, das reduziert die Kosten auf 150-300 Euro.

Der Mittelweg: Teilweise Eigenleistung

Eine smarte Lösung ist die Kombination: Der Profi fällt den Baum, Du übernimmst die Aufarbeitung. Viele Garten- und Landschaftsbauer bieten diesen Service an. Die Fällung selbst kostet dann nur 200-500 Euro, je nach Baumgröße. Das Zerkleinern und Entfernen des gefällten Baums machst Du selbst – deutlich sicherer als die eigentliche Fällung.

So sparst Du etwa die Hälfte der Gesamtkosten, eliminierst aber das größte Sicherheitsrisiko. Zudem lernst Du von einem Profi, wie man es richtig macht. Beim nächsten Mal – wenn es ein kleiner Baum ist – hast Du dann echte Erfahrung statt YouTube-Theorie.

Kosten-Nutzen-Rechnung: Die ehrliche Kalkulation

Rechnen wir ein konkretes Beispiel durch, um die tatsächlichen Kosten zu vergleichen. Angenommen, Du hast einen 8-Meter-Baum im Garten, der gefällt werden soll.

Professionelle Fällung:

  • Grundkosten Fällung: 600-1.200 Euro

  • Entsorgung inklusive: enthalten

  • Versicherung: enthalten

  • Arbeitszeit: 1 Tag

  • Gewährleistung: 2 Jahre auf fachgerechte Ausführung

  • Gesamtkosten: 600-1.200 Euro

DIY-Fällung (Erstausstattung):

  • Kettensäge: 500 Euro

  • Sicherheitsausrüstung: 400 Euro

  • Fällwerkzeug: 80 Euro

  • Anhänger-Miete: 70 Euro

  • Entsorgung: 150 Euro

  • Verletzungsrisiko: unbezifferbar

  • Deine Arbeitszeit: 2 Tage (mindestens)

  • Gesamtkosten: 1.200 Euro (+ Unfallrisiko)

Die Rechnung geht nur auf, wenn Du die Ausrüstung mehrfach nutzt. Ab dem dritten Baum sparst Du tatsächlich Geld – vorausgesetzt, Du hast Dich nicht vorher verletzt oder Schaden angerichtet. Für einen einzelnen Baum ist DIY finanziell unsinnig.

Die versteckte Variable ist Deine Zeit: Zwei volle Arbeitstage sind realistisch, wenn Du ohne Erfahrung arbeitest. Was ist Dir Deine Freizeit wert? Bei 20 Euro pro Stunde sind das 320 Euro – zusätzlich zu den Materialkosten. Ein Profi braucht 4-6 Stunden für denselben Baum.

Häufige Fragen zur Entscheidung DIY oder Profi

Darf ich als Privatperson überhaupt Bäume fällen? Ja, grundsätzlich darfst Du auf Deinem Grundstück Bäume fällen. Aber: Ab 60-80 cm Stammumfang benötigst Du meist eine Genehmigung. Die Rechtslage variiert je nach Bundesland und Gemeinde. Informiere Dich vorher beim Umweltamt.

Kann ich die Fällkosten von der Steuer absetzen? Ja, wenn Du einen Profi beauftragst, kannst Du 20% der Arbeitskosten (maximal 1.200 Euro jährlich) als Handwerkerleistung steuerlich geltend machen. Bei Eigenleistung geht das nicht.

Wie finde ich einen seriösen Baumfäller? Achte auf Zertifikate wie "European Treeworker" oder FLL-Qualifikationen. Der Betrieb sollte eine Betriebshaftpflicht haben und Dir diese auf Nachfrage belegen können. Mehrere Kostenvoranschläge einholen und vergleichen.

Was passiert, wenn ich beim Fällen den Nachbarn schädige? Du haftest persönlich und vollumfänglich für alle Schäden. Deine Privathaftpflicht zahlt nur, wenn keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Bei offensichtlichem Unvermögen (z.B. fehlende Schutzausrüstung) kann sie die Zahlung verweigern.

Gibt es Kurse für private Baumfällung? Ja, Volkshochschulen und Forstämter bieten manchmal Kettensägen-Kurse an. Diese kosten 150-300 Euro und vermitteln Grundlagen. Sie ersetzen aber keine jahrelange Erfahrung und berechtigen nicht zur gewerblichen Fällung.

Wann ist die beste Jahreszeit für eine Baumfällung? Zwischen Oktober und Februar ist Fällsaison. In dieser Zeit haben Laubbäume keine Blätter, Brutzeiten sind vorbei und das Holz ist trockener. Zwischen März und September ist die Fällung oft verboten (Vogelschutzzeit).

Lohnt sich ein gebrauchtes Werkzeug-Set? Bei Sicherheitsausrüstung: Nein! Schnittschutzhosen verlieren durch Gebrauch ihre Schutzwirkung, auch wenn äußerlich noch intakt. Bei Kettensägen: nur von Markenhändlern mit Service-Historie. Private Gebrauchtkäufe sind riskant.

Deine nächsten Schritte zur sicheren Entscheidung

Die Entscheidung "Baumfällung selbst machen oder Profi beauftragen" sollte nie aus einer Laune heraus getroffen werden. Nimm Dir Zeit für eine ehrliche Selbsteinschätzung. Die wichtigste Frage ist nicht "Kann ich das?", sondern "Sollte ich das wirklich tun?"

Für die meisten Hobby-Gärtner lautet die ehrliche Antwort: Nein. Die Kombination aus rechtlichen Risiken, Sicherheitsgefahren und versteckten Kosten macht DIY-Baumfällung zu einem schlechten Deal. Die vermeintliche Ersparnis existiert nur auf dem Papier – in der Realität zahlst Du drauf, finanziell oder gesundheitlich.

Wenn Du Dich trotzdem für die Eigenleistung entscheidest, dann nur bei kleinen Bäumen unter 5 Metern, mit perfekter Ausrüstung und idealen Bedingungen. Und selbst dann: Habe immer einen Plan B. Informiere Nachbarn, stelle jemanden als Sicherung ab und halte die Nummer eines Profis bereit, falls es schiefgeht.

Die kluge Alternative ist der Mittelweg: Lass den gefährlichen Teil fällen und übernimm die sichere Aufarbeitung. So lernst Du von Profis, sparst trotzdem Geld und gehst kein unverhältnismäßiges Risiko ein. Deine Gesundheit und Dein Eigentum sind mehr wert als ein paar Hundert Euro Ersparnis.

Mit anyhelpnow findest Du erfahrene Baumschnitt-Profis, die Deine Baumfällung sicher und fachgerecht durchführen. Unsere geprüften Fachbetriebe verfügen über die notwendige Ausrüstung, Versicherung und jahrelange Expertise. Über die Plattform kannst Du mehrere Angebote einholen, Bewertungen vergleichen und den passenden Dienstleister für Dein Projekt finden – von der einfachen Fällung bis zur komplexen Teilabtragung.

Bei größeren Gartenprojekten stehen Dir auch qualifizierte Garten- und Landschaftsbauer zur Verfügung, die nicht nur die Baumfällung übernehmen, sondern auch die anschließende Gartengestaltung professionell umsetzen. So verwandelst Du die Lücke des gefällten Baumes in eine durchdachte Neugestaltung Deines Gartens – geplant und ausgeführt von Experten, die wissen, was sie tun.

Das Neueste aus unserem Ratgeber

Zum Ratgeber

Du möchtest mehr erfahren?

Melde Dich mit Deiner E-Mail bei uns an, wir kontaktieren Dich gerne.

Kontaktformular