Zusammenfassung
Die DOT-Nummer verrät auf vier Ziffern genau, aus welcher Woche und welchem Jahr ein Reifen stammt. Der Ratgeber zeigt, wo die Nummer steht, wie sie zu lesen ist und ab wann Alter wichtiger wird als Profiltiefe.
Zusammenfassung
Die DOT-Nummer verrät auf vier Ziffern genau, aus welcher Woche und welchem Jahr ein Reifen stammt. Der Ratgeber zeigt, wo die Nummer steht, wie sie zu lesen ist und ab wann Alter wichtiger wird als Profiltiefe.
Du kaufst einen Gebrauchtwagen oder stöberst durch Deine alten Winterreifen im Keller und fragst Dich: Wie alt sind diese Reifen eigentlich? Die Antwort steckt in einer kleinen, oft übersehenen Zahlenfolge auf der Reifenflanke. Die DOT-Nummer verrät Dir exakt, in welcher Woche und in welchem Jahr Dein Reifen produziert wurde.
Viele Autofahrer schauen nur auf die Profiltiefe und übersehen dabei ein genauso wichtiges Sicherheitskriterium: das Reifenalter. Selbst ein Reifen mit viel Profil kann gefährlich sein, wenn das Gummi bereits ausgehärtet ist. In diesem Artikel zeigen wir Dir, wie Du die DOT-Nummer entschlüsselst, ab wann ein Reifen wirklich alt ist und worauf Du beim Kauf achten solltest.
Was ist die DOT-Nummer überhaupt?
DOT steht für "Department of Transportation", das US-amerikanische Verkehrsministerium. Es führte die Kennzeichnung ein, damit Käufer das Herstellungsdatum eines Reifens eindeutig nachvollziehen können. Auch wenn die Vorschrift ursprünglich aus den USA stammt, haben nahezu alle Reifenhersteller weltweit die DOT-Kennzeichnung übernommen.
In Europa ist die DOT-Nummer rechtlich nicht bindend wie etwa die Profiltiefe. Trotzdem findest Du sie auf praktisch jedem Reifen, der heute verkauft wird. Sie besteht aus mehreren Buchstaben- und Zahlenblöcken, die unter anderem Herstellungsort, Reifengröße und eben das Produktionsdatum codieren.
So liest Du die DOT-Nummer richtig ab
Für das Reifenalter interessieren Dich nur die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer. Sie sind oft durch ein ovales Feld auf der Reifenflanke hervorgehoben. Die ersten beiden Ziffern zeigen die Kalenderwoche, die letzten beiden das Jahr.
Ein Beispiel macht es anschaulich: Steht auf Deinem Reifen die Zahlenfolge "2123", wurde er in der 21. Kalenderwoche des Jahres 2023 hergestellt. Das entspricht etwa Ende Mai. Bei Reifen aus der Zeit vor 2000 gab es übrigens nur drei Ziffern für das Herstellungsdatum, doch solche Modelle sind heute kaum noch im Umlauf.
Wichtig zu wissen: Das Herstellungsdatum ist nicht dasselbe wie das Kaufdatum. Ein Reifen kann durchaus mehrere Monate im Lager gestanden haben, bevor er verkauft wurde. Prüfe deshalb bei jedem Neukauf die DOT-Nummer direkt vor Ort.
Warum das Alter eines Reifens überhaupt eine Rolle spielt
Reifen bestehen aus einer Gummimischung, die im Lauf der Zeit ihre Weichmacher verliert. Das Material härtet aus, wird spröder und verliert an Grip, selbst wenn der Reifen kaum gefahren wurde. Hitze, Kälte und UV-Strahlung beschleunigen diesen Alterungsprozess zusätzlich.
Das bedeutet: Ein Reifen mit ausreichend Profil kann trotzdem nicht mehr verkehrssicher sein, wenn er zu alt ist. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die DOT-Nummer nicht nur beim Kauf, sondern auch regelmäßig bei Reifen, die Du bereits im Einsatz hast.
Ab wann gilt ein Reifen als zu alt?
Ein gesetzlich festgelegtes Höchstalter für Reifen gibt es in Deutschland nicht. Trotzdem haben sich in der Branche klare Empfehlungen etabliert, an denen Du Dich orientieren kannst.
Reifenhersteller empfehlen einen Wechsel meist nach acht Jahren, unabhängig von der Profiltiefe. Manche Experten raten sogar schon nach sechs Jahren zum Austausch, besonders bei stark beanspruchten Reifen. Einig sind sich fast alle Fachleute darin, dass spätestens nach zehn Jahren Schluss sein sollte, selbst wenn der Reifen optisch noch gut aussieht.
Ein frisch gekaufter Reifen gilt übrigens auch nach drei Jahren fachgerechter Lagerung noch als fabrikneu, solange er richtig aufbewahrt wurde. Wie Du Deine Reifen zwischen den Saisons optimal lagerst, erfährst Du in unserem Beitrag zum Thema Reifen richtig lagern.
DOT-Nummer beim Gebrauchtwagenkauf prüfen
Gerade beim Kauf eines Gebrauchtwagens solltest Du die DOT-Nummer aller vier Reifen kontrollieren. Es kommt häufiger vor, als man denkt, dass Verkäufer alte Lagerware oder bereits mehrere Jahre alte Reifen montiert haben, ohne das aktiv zu erwähnen.
Nimm Dir beim Besichtigungstermin ein paar Minuten Zeit und schau auf die Reifenflanken. Weichen die Herstellungsdaten der vier Reifen stark voneinander ab, kann das ein Hinweis auf frühere Reparaturen oder einen Unfall sein. Eine vollständige Checkliste für den Gebrauchtwagenkauf hilft Dir, bei der Besichtigung nichts zu übersehen.
Wo Du sonst noch auf das Reifenalter achten solltest
Nicht nur beim Autokauf spielt das Reifenalter eine Rolle. Auch bei der Hauptuntersuchung kann ein Prüfer auf stark gealterte oder rissige Reifen hinweisen, selbst wenn die Profiltiefe formal noch ausreicht. Wann Deine nächste Untersuchung ansteht, kannst Du in unserem Artikel zum Thema HU-Termin überprüfen nachlesen. Falls Du Dich fragst, welche Prüfstelle die richtige Wahl ist, lohnt sich außerdem ein Blick in unseren Vergleich TÜV oder Dekra.
Auch beim saisonalen Reifenwechsel selbst solltest Du die DOT-Nummer im Blick behalten. Bevor Du Deine Winterreifen wieder montierst, prüfe kurz das Herstellungsdatum. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu findest Du in unserem Beitrag Autoreifen wechseln. Wenn Du unsicher bist, ob Du den Wechsel selbst durchführen solltest, hilft Dir unser Vergleich selbst wechseln oder Werkstatt bei der Entscheidung. Für den Wechsel zuhause solltest Du zudem wissen, wie Du den Wagenheber richtig nutzt.
Wenn Reifen das empfohlene Höchstalter überschritten haben, stellt sich außerdem die Frage der fachgerechten Entsorgung. Wie das funktioniert, liest Du in unserem Ratgeber alte Reifen entsorgen. Auch wer sein Fahrzeug über den Winter abstellt, sollte die Reifen im Blick behalten. Tipps dazu findest Du unter Auto überwintern.
Häufig gestellte Fragen zur DOT-Nummer
Wo genau finde ich die DOT-Nummer auf meinem Reifen? Sie ist auf der Reifenflanke eingeprägt und beginnt immer mit den Buchstaben "DOT". In den meisten Fällen findest Du sie nur auf einer Seite des Reifens.
Was bedeutet die Zahl 3521 auf meinem Reifen? Das bedeutet, der Reifen wurde in der 35. Kalenderwoche des Jahres 2021 hergestellt. Er wäre demnach mehrere Jahre alt.
Muss ich meine Reifen sofort wechseln, wenn sie älter als sechs Jahre sind? Nicht zwingend, aber Du solltest sie regelmäßig auf Risse, Verhärtungen und Verformungen prüfen. Bei sichtbaren Alterungserscheinungen ist ein Wechsel dringend zu empfehlen, unabhängig vom exakten Alter.
Gilt die DOT-Nummer auch für Motorrad- und LKW-Reifen? Ja, die Kennzeichnung ist bei praktisch allen Reifenarten üblich und funktioniert nach demselben Prinzip.
Wie finde ich heraus, wie alt meine Reifen wirklich sind?
Die einfachste Methode: Schau direkt auf die Reifenflanke nach dem ovalen Feld mit der DOT-Nummer und lies die letzten vier Ziffern ab. Die ersten beiden stehen für die Woche, die letzten beiden für das Jahr. Innerhalb weniger Sekunden weißt Du dann genau, wie alt Dein Reifen ist, unabhängig davon, wann Du ihn gekauft hast.
Falls Du unsicher bist oder die Prägung schlecht lesbar ist, hilft Dir eine Fachwerkstatt gerne weiter. Dort wird meist auch gleich die Profiltiefe und der allgemeine Zustand geprüft, sodass Du direkt weißt, ob ein Wechsel ansteht.
Professionelle Unterstützung rund um Deine Reifen
Du bist Dir nach dem Blick auf die DOT-Nummer unsicher, ob Deine Reifen noch sicher sind? Mit anyhelpnow findest Du eine zuverlässige KFZ-Werkstatt, die Deine Reifen professionell prüft und Dich ehrlich berät. Steht ohnehin ein Wechsel an, vermittelt Dir anyhelpnow außerdem passende Anbieter für den Reifenwechsel, damit Du sicher und entspannt durch die nächste Saison kommst.
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