Zusammenfassung
Erfahren Sie, wie Sie Ihr Haus effektiv vor Blitzeinschlag schützen – von professionellen Blitzschutzsystemen über Überspannungsschutz bis zu Versicherungsfragen. Informieren Sie sich über Schutzmaßnahmen, Kosten für Blitzableiter und richtiges Verhalten bei Gewitter, um teure Schäden an Elektronik und Gebäude zu vermeiden.
Zusammenfassung
Erfahren Sie, wie Sie Ihr Haus effektiv vor Blitzeinschlag schützen – von professionellen Blitzschutzsystemen über Überspannungsschutz bis zu Versicherungsfragen. Informieren Sie sich über Schutzmaßnahmen, Kosten für Blitzableiter und richtiges Verhalten bei Gewitter, um teure Schäden an Elektronik und Gebäude zu vermeiden.
Stell Dir vor: Draußen tobt ein Sommergewitter, dunkle Wolken türmen sich am Himmel auf, und mit jedem Blitz, der die Nacht erhellt, fragst Du Dich bange: Was passiert, wenn der Blitz mein Haus trifft? Diese Sorge ist berechtigt – aber oft unbegründet übertrieben. In diesem Artikel erfährst Du, wie Du Dein Zuhause wirksam vor den Gefahren durch Blitzeinschlag schützt und welche Maßnahmen wirklich sinnvoll sind. Dabei räumen wir mit Mythen auf und geben Dir fundiertes Wissen an die Hand, damit Du informierte Entscheidungen treffen kannst.
Direkter vs. indirekter Blitzschlag: Der entscheidende Unterschied verstehen
Wenn wir von einem Blitzeinschlag im Haus sprechen, müssen wir zunächst zwischen zwei grundlegend verschiedenen Szenarien unterscheiden: dem direkten und dem indirekten Blitzschlag. Diese Unterscheidung ist entscheidend, denn sie beeinflusst sowohl die Art der Schäden als auch die notwendigen Schutzmaßnahmen.
Was passiert bei einem direkten Blitzschlag?
Ein direkter Blitzeinschlag tritt auf, wenn der Blitz tatsächlich direkt in Dein Gebäude einschlägt. Die gute Nachricht: Dies ist extrem selten. Statistiken zeigen, dass nur etwa 2 bis 3 Prozent aller Blitzeinschläge Gebäude direkt treffen. Die schlechte Nachricht: Wenn es passiert, können die Folgen verheerend sein. Ein direkter Blitzschlag kann Temperaturen von bis zu 30.000 Grad Celsius erreichen und eine Stromstärke von bis zu 200.000 Ampere mit sich bringen. Dies kann zu schweren Brandschäden, zerstörten Elektroinstallationen und strukturellen Gebäudeschäden führen.
Indirekte Blitzschäden: Die häufigere Gefahr
Viel wahrscheinlicher – in etwa 97 Prozent der Fälle – sind indirekte Blitzschäden. Diese entstehen, wenn ein Blitz in der Nähe Deines Hauses einschlägt, etwa in einen Baum, eine Straßenlaterne oder ins Stromnetz. Der dabei entstehende elektromagnetische Impuls kann über Strom-, Telefon- oder Datenleitungen in Dein Haus eindringen und empfindliche Elektrogeräte beschädigen. Computer, Fernseher, Router, Waschmaschinen – all diese Geräte können durch Überspannungen beschädigt werden, selbst wenn der Blitz mehrere hundert Meter entfernt eingeschlagen hat.
Wie hoch ist das tatsächliche Risiko?
In Deutschland gibt es jährlich etwa zwei Millionen Blitzeinschläge. Auf ein durchschnittliches Einfamilienhaus bezogen bedeutet dies statistisch gesehen einen direkten Einschlag etwa alle 8.000 bis 10.000 Jahre. Diese Zahlen sollten Dich beruhigen, denn sie zeigen: Das Risiko eines direkten Blitzeinschlags ist verschwindend gering. Dennoch lohnt sich ein durchdachter Schutz, da die Folgen im Ernstfall gravierend sein können und indirekte Schäden deutlich häufiger auftreten.
Die regionale Blitzaktivität variiert in Deutschland erheblich. Besonders betroffen sind Süddeutschland und die Mittelgebirgsregionen, wo im Sommer häufiger Gewitter auftreten. In Küstenregionen ist die Blitzdichte tendenziell geringer. Auch die Lage Deines Hauses spielt eine Rolle: Freistehende Gebäude auf Hügeln oder in exponierter Lage haben ein etwas höheres Risiko als Häuser in dichter Bebauung.
Welche Schäden können durch Blitzeinschlag entstehen?
Auch wenn das Risiko eines direkten Blitzschlags gering ist, solltest Du die möglichen Folgen kennen. Nur so kannst Du die Notwendigkeit und den Umfang von Schutzmaßnahmen richtig einschätzen.
Unmittelbare Schäden durch direkte Blitzeinschläge
Bei einem direkten Blitzeinschlag kann die enorme Energie des Blitzes zu verschiedenen Schadensarten führen. Die thermische Wirkung mit Temperaturen bis zu 30.000 Grad kann Brandschäden verursachen. Besonders gefährdet sind brennbare Baustoffe wie Holz, aber auch Dachziegel können platzen und Dachstühle in Brand geraten. Die mechanische Wirkung des Blitzes kann durch explosive Dampfbildung in feuchten Materialien zu Rissen in Mauerwerk, Schornsteinen oder Dachziegeln führen.
Nicht zu unterschätzen ist auch die elektrische Wirkung. Der Blitzstrom sucht sich den Weg zur Erde und kann dabei metallische Teile wie Wasserleitungen, Heizungsrohre oder elektrische Leitungen beschädigen. Ohne ordnungsgemäße Erdungsanlage kann dies zu schweren Schäden an der gesamten Elektroinstallation führen.
Überspannungsschäden: Die häufigste Schadensart
Weitaus häufiger als direkte Blitzschäden sind Überspannungsschäden an elektronischen Geräten. Diese können auch bei einem Blitzeinschlag in mehreren hundert Metern Entfernung auftreten. Die Überspannung gelangt über die Strom-, Telefon- oder Kabelanschlüsse ins Haus und beschädigt dort empfindliche Elektronik. Besonders betroffen sind moderne Smart-Home-Systeme, Computer, Fernseher, Router und andere vernetzte Geräte.
Interessanterweise sind die Kosten für Überspannungsschäden in Summe oft höher als die für direkte Blitzschäden, einfach weil sie so viel häufiger auftreten. Ein moderner Haushalt mit vielen elektronischen Geräten kann bei einem Überspannungsschaden schnell Schäden im fünfstelligen Bereich erleiden. Die elektrischen Reparaturen können dann sehr umfangreich werden.
Dreistufiger Blitzschutz bietet umfassende Sicherheit
Ein professionelles Blitzschutzkonzept basiert auf einem dreistufigen System, das Dein Gebäude und die darin befindlichen Geräte optimal schützt. Dieses System folgt der DIN VDE 0185-305, der deutschen Norm für Blitzschutz.
Äußerer Blitzschutz: Die erste Verteidigungslinie
Der äußere Blitzschutz bildet die erste Verteidigungslinie gegen den Blitzeinschlag im Haus und besteht aus drei wesentlichen Komponenten. Die Fangeinrichtung, meist als Blitzableiter bekannt, wird auf dem Dach installiert und soll den Blitz gezielt auffangen. Dies kann durch Fangstangen, Fangmasten oder ein Fangleitungsnetz geschehen. Die Ableitung führt den Blitzstrom über ein System aus Leitungen sicher zur Erde. Diese Leitungen müssen fachgerecht verlegt und dimensioniert sein, um die enormen Ströme sicher ableiten zu können. Die Erdungsanlage schließlich bildet den Abschluss des äußeren Blitzschutzes und verteilt den Blitzstrom gleichmäßig im Erdreich.
Ein gut konzipierter äußerer Blitzschutz schützt die Gebäudestruktur vor direkten Blitzschäden. Die Installation sollte immer von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, da Fehler schwerwiegende Folgen haben können. Die Kosten für einen äußeren Blitzschutz eines Einfamilienhauses liegen typischerweise zwischen 2.000 und 5.000 Euro, abhängig von der Gebäudegröße und der Dachform.
Innerer Blitzschutz: Potentialausgleich als Lebensversicherung
Der innere Blitzschutz sorgt dafür, dass bei einem Blitzeinschlag keine gefährlichen Spannungsunterschiede im Gebäudeinneren entstehen. Herzstück ist der Potentialausgleich, der alle metallischen Installationen wie Wasserleitungen, Heizungsrohre, Elektroleitungen und Antennenanlagen miteinander verbindet. Dies verhindert gefährliche Überschläge zwischen verschiedenen Leitungen und schützt so Menschen vor Stromschlägen.
Der innere Blitzschutz ist besonders wichtig in Kombination mit dem äußeren Blitzschutz. Ohne ordnungsgemäßen Potentialausgleich kann ein äußerer Blitzschutz sogar kontraproduktiv sein, da der abgeleitete Blitzstrom dann im Gebäude zu gefährlichen Spannungen führen kann. Die Installation des inneren Blitzschutzes ist Aufgabe eines qualifizierten Elektrikers und kostet für ein Einfamilienhaus etwa 1.000 bis 2.000 Euro zusätzlich.
Überspannungsschutz: Schutz für empfindliche Elektronik
Die dritte Stufe des Blitzschutzes ist der Überspannungsschutz im Haus, der speziell elektronische Geräte vor Schäden bewahrt. Dieser wird in drei Kategorien unterteilt, die aufeinander aufbauen. Der Grobschutz (Typ 1) wird direkt am Hausanschluss installiert und fängt starke Überspannungen ab. Der Mittelschutz (Typ 2) wird in Unterverteilungen eingebaut und schützt ganze Stromkreise. Der Feinschutz (Typ 3) schließlich wird direkt an der Steckdose installiert und schützt besonders empfindliche Geräte.
Für einen umfassenden Schutz sollten alle drei Stufen installiert sein. Die Kosten für einen vollständigen Überspannungsschutz liegen zwischen 500 und 1.500 Euro. Dies mag zunächst viel erscheinen, doch ein einziger Überspannungsschaden an einem modernen Smart-Home-System oder einer Photovoltaikanlage kann deutlich teurer werden. Wer ein neues Dach plant, sollte direkt auch über die Integration eines Blitzschutzsystems nachdenken.
Blitzableiter-Pflicht: Wann ist Blitzschutz vorgeschrieben?
Viele Hausbesitzer sind unsicher, ob sie gesetzlich verpflichtet sind, einen Blitzschutz zu installieren. Die Antwort ist differenziert und hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Gesetzliche Vorgaben für Wohngebäude
Für normale Einfamilienhäuser besteht in Deutschland grundsätzlich keine Blitzableiter-Pflicht, solange das Gebäude nicht höher als 20 Meter ist. Dies trifft auf die allermeisten Wohnhäuser zu. Allerdings gibt es Ausnahmen, die eine Pflicht begründen können. Häuser mit besonderen Baumaterialien wie Reetdächern oder Holzhäusern können zum Blitzschutz verpflichtet sein. Auch Gebäude in exponierter Lage, etwa alleinstehend auf einem Hügel, können von lokalen Bauvorschriften zum Blitzschutz verpflichtet werden.
Bei Gebäuden über 20 Meter Höhe, etwa Mehrfamilienhäusern, ist ein Blitzschutzsystem nach DIN VDE 0185-305 vorgeschrieben. Auch öffentliche Gebäude, Industrieanlagen und landwirtschaftliche Gebäude mit Tierhaltung unterliegen oft einer Blitzschutzpflicht.
Versicherungstechnische Überlegungen
Auch wenn keine gesetzliche Pflicht besteht, können Versicherungen den Einbau eines Blitzschutzes zur Bedingung machen oder bei fehlendem Schutz im Schadensfall Leistungen kürzen. Dies gilt besonders bei Gebäuden mit erhöhtem Risiko. Es lohnt sich daher, vor größeren Bauvorhaben oder beim Abschluss einer Gebäudeversicherung mit der Versicherung über Blitzschutzmaßnahmen zu sprechen.
Interessanterweise kann die Installation eines Blitzschutzsystems sogar zu günstigeren Versicherungsbeiträgen führen. Viele Versicherer honorieren präventive Maßnahmen mit Rabatten. Dies kann die Investition in ein Blitzschutzsystem über die Jahre teilweise amortisieren.
Versicherungsschutz bei Blitzschäden: Wer zahlt was?
Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Blitzschaden kommen, stellt sich die Frage nach dem Versicherungsschutz. Hier ist es wichtig zu verstehen, welche Versicherung für welche Art von Schäden zuständig ist.
Gebäudeversicherung: Schutz für die Bausubstanz
Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden an der Bausubstanz durch Blitzschlag ab. Dazu gehören Schäden am Dach, an Mauern, an fest installierten Elektroleitungen und an der Heizungsanlage. Auch Folgeschäden, etwa wenn durch einen Blitzeinschlag ein Brand entsteht, sind üblicherweise mitversichert.
Wichtig zu wissen: Die Gebäudeversicherung übernimmt in der Regel auch die Kosten für Aufräumarbeiten und notwendige Sofortmaßnahmen, etwa eine provisorische Dachabdichtung nach einem Blitzschaden. Auch die Kosten für ein Gutachten zur Schadensermittlung werden meist übernommen. Bei komplexen Schadensfällen ist eine gute Dokumentation entscheidend.
Hausratversicherung: Schutz für elektronische Geräte
Für Schäden an beweglichen Gegenständen im Haus ist die Hausratversicherung zuständig. Sie ersetzt beschädigte Elektrogeräte wie Fernseher, Computer, Waschmaschinen und andere Haushaltsgeräte, die durch Überspannung infolge eines Blitzschlags beschädigt wurden.
Bei der Hausratversicherung gibt es allerdings wichtige Details zu beachten. Nicht alle Policen decken Überspannungsschäden automatisch ab. Manche Versicherungen begrenzen die Erstattung auf einen bestimmten Höchstbetrag, etwa 5.000 oder 10.000 Euro pro Schadensfall. Es lohnt sich, die Versicherungsbedingungen genau zu prüfen und gegebenenfalls eine Zusatzdeckung für Überspannungsschäden abzuschließen.
Photovoltaikanlagen und besondere Risiken
Besitzer von Photovoltaikanlagen sollten besonders aufmerksam sein, denn diese Anlagen sind durch ihre exponierte Position auf dem Dach besonders blitzgefährdet. Eine normale Gebäudeversicherung deckt Schäden an der Photovoltaikanlage oft nur begrenzt ab. Hier empfiehlt sich eine spezielle Photovoltaikversicherung oder eine entsprechende Erweiterung der Gebäudeversicherung.
Auch hier gilt: Präventive Schutzmaßnahmen wie ein ordnungsgemäßer Blitzschutz und Überspannungsschutz können die Versicherungsprämien senken und sind im Schadensfall oft Voraussetzung für eine vollständige Regulierung.
Wie verhalte ich mich bei Gewitter richtig?
Selbst mit einem perfekten Blitzschutzsystem solltest Du während eines Gewitters bestimmte Verhaltensregeln beachten, um Dich und Deine Elektrogeräte optimal zu schützen.
Verhalten im Haus während eines Gewitters
Im Haus bist Du grundsätzlich gut geschützt vor direkten Blitzschlägen. Dennoch gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen, die sinnvoll sind. Bei starken Gewittern solltest Du empfindliche elektronische Geräte vom Netz trennen, besonders wenn kein Überspannungsschutz installiert ist. Das gilt für Computer, Fernseher, Hi-Fi-Anlagen und andere teure Elektronik. Auch kabelgebundene Telefone solltest Du meiden, da über die Telefonleitung Überspannungen ins Haus gelangen können. Nutze stattdessen Mobiltelefone.
Das Duschen oder Baden während eines Gewitters ist in modernen Häusern mit ordnungsgemäßem Potentialausgleich ungefährlich. In älteren Gebäuden ohne adäquaten Blitzschutz solltest Du jedoch vorsichtshalber darauf verzichten. Auch den Kontakt mit wasserführenden Leitungen solltest Du während starker Gewitter meiden.
Was tun nach einem Blitzeinschlag?
Sollte Dein Haus tatsächlich von einem Blitz getroffen werden, ist schnelles und besonnenes Handeln wichtig. Überprüfe zunächst, ob es Brandgeruch gibt oder sichtbare Schäden am Dach aufgetreten sind. Bei Brandgefahr rufe sofort die Feuerwehr (112). Schalte die Hauptsicherung aus, um weitere Schäden durch eventuelle Kurzschlüsse zu vermeiden. Berühre keine beschädigten Elektroinstallationen.
Dokumentiere alle sichtbaren Schäden durch Fotos. Dies ist für die spätere Schadensmeldung wichtig. Kontaktiere Deine Versicherung umgehend und schildere den Vorfall. Die meisten Versicherungen haben eine 24-Stunden-Hotline für Schadensmeldungen. Beauftrage keine Reparaturen, bevor die Versicherung den Schaden begutachtet hat.
Kosten für Blitzschutzmaßnahmen: Investition in die Sicherheit
Die Entscheidung für oder gegen ein Blitzschutzsystem ist auch eine Kostenfrage. Um Dir die Entscheidung zu erleichtern, hier ein Überblick über die zu erwartenden Kosten.
Kosten für ein komplettes Blitzschutzsystem
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit etwa 150 Quadratmetern Wohnfläche kannst Du mit folgenden Kosten rechnen. Der äußere Blitzschutz mit Fangeinrichtung, Ableitungen und Erdungsanlage kostet je nach Dachform und Komplexität zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Der innere Blitzschutz inklusive Potentialausgleich schlägt mit 1.000 bis 2.000 Euro zu Buche. Der Überspannungsschutz für alle Ebenen kostet etwa 500 bis 1.500 Euro. Insgesamt solltest Du also mit einer Investition von 3.500 bis 8.500 Euro rechnen.
Diese Kosten variieren je nach Gebäudemerkmalen. Ein steiles Dach ist aufwendiger zu bearbeiten als ein Flachdach. Komplexe Dachformen mit vielen Erkern, Gauben und Schornsteinen erhöhen die Kosten. Auch die regionale Lage spielt eine Rolle, da in Gegenden mit häufigeren Gewittern möglicherweise höhere Schutzklassen erforderlich sind.
Nachrüstung bei Bestandsgebäuden
Die Nachrüstung eines Blitzschutzsystems in einem bestehenden Gebäude ist in der Regel teurer als die Installation beim Neubau. Das liegt daran, dass vorhandene Bausubstanz berücksichtigt werden muss und die Verlegung der Leitungen aufwendiger ist. Bei einem Altbau solltest Du mit einem Aufschlag von 20 bis 30 Prozent gegenüber den genannten Preisen rechnen.
Allerdings kannst Du die Kosten reduzieren, wenn ohnehin Renovierungsarbeiten anstehen. Wird das Dach neu gedeckt, lässt sich der äußere Blitzschutz gleich mitinstallieren. Bei einer umfassenden Dachsanierung macht es Sinn, alle Arbeiten zu koordinieren. Ähnliches gilt für den inneren Blitzschutz, wenn die Elektrik erneuert wird.
Kosten-Nutzen-Abwägung
Sind 8.000 Euro für ein Blitzschutzsystem eine sinnvolle Investition? Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei einem statistischen Risiko von einem direkten Blitzschlag alle 8.000 bis 10.000 Jahre mag der Schutz übertrieben erscheinen. Allerdings schützt das System auch vor den viel häufigeren indirekten Überspannungsschäden. Ein einziger Überspannungsschaden an einer modernen Hausinstallation mit Smart-Home-System, Photovoltaikanlage und hochwertiger Elektronik kann schnell 10.000 Euro oder mehr kosten.
Hinzu kommen mögliche Ersparnisse bei den Versicherungsbeiträgen und die Wertsteigerung der Immobilie. Ein professioneller Blitzschutz kann den Verkaufswert eines Hauses erhöhen, besonders in Gewitterregionen. Langfristig betrachtet ist ein Blitzschutzsystem also eine durchaus sinnvolle Investition, die sich über die Jahre amortisieren kann.
Häufig gestellte Fragen zum Blitzeinschlag im Haus
Kann ich selbst einen Blitzableiter installieren?
Davon ist dringend abzuraten. Die Installation eines Blitzschutzsystems erfordert Fachkenntnisse in Elektrotechnik und Blitzschutztechnologie. Fehler können im Ernstfall lebensbedrohlich sein. Außerdem übernehmen Versicherungen oft keine Schäden, wenn der Blitzschutz nicht fachgerecht installiert wurde. Beauftrage für solche Arbeiten immer einen qualifizierten Fachbetrieb, der die DIN VDE 0185-305 kennt und umsetzt.
Wie oft muss ein Blitzschutzsystem gewartet werden?
Ein Blitzschutzsystem sollte alle zwei bis vier Jahre von einem Fachbetrieb überprüft werden. Bei dieser Prüfung wird kontrolliert, ob alle Verbindungen noch intakt sind, ob Korrosion aufgetreten ist und ob der Erdungswiderstand noch den Vorschriften entspricht. Nach größeren Sturmschäden oder Dacharbeiten ist eine außerplanmäßige Prüfung sinnvoll. Die Kosten für eine Wartung liegen bei etwa 150 bis 300 Euro.
Schützt ein Blitzableiter auch vor Überspannungen?
Nein, ein Blitzableiter allein schützt nur die Gebäudestruktur vor direkten Blitzschlägen. Für den Schutz elektronischer Geräte vor Überspannungen ist ein zusätzlicher Überspannungsschutz erforderlich. Erst die Kombination aus äußerem Blitzschutz, innerem Blitzschutz und Überspannungsschutz bietet umfassenden Schutz.
Sind alle Elektrogeräte gleich gefährdet?
Nein, moderne elektronische Geräte mit empfindlichen Mikrochips sind besonders anfällig für Überspannungsschäden. Computer, Smart-TVs, Router, Smart-Home-Steuerungen und Photovoltaik-Wechselrichter gehören zu den besonders gefährdeten Geräten. Ältere, robustere Geräte ohne komplexe Elektronik sind weniger anfällig, aber keineswegs immun gegen Überspannungsschäden.
Gibt es Fördermöglichkeiten für Blitzschutzanlagen?
Direkte staatliche Förderungen für reine Blitzschutzanlagen gibt es in Deutschland kaum. Allerdings können Blitzschutzmaßnahmen im Rahmen von energetischen Sanierungen oder bei der Installation von Photovoltaikanlagen mitgefördert werden. Einige Kommunen bieten spezielle Förderprogramme für Gebäudesicherheit an. Es lohnt sich, bei der örtlichen Baubehörde oder der KfW-Bank nachzufragen.
Wie erkenne ich einen seriösen Blitzschutzinstallateur?
Ein seriöser Fachbetrieb verfügt über die Zulassung als Blitzschutzfachbetrieb nach DIN VDE 0185-305. Er kann Referenzen vorweisen und erstellt vor der Installation ein detailliertes Angebot mit Plänen des Blitzschutzsystems. Nach der Installation erhältst Du eine Dokumentation und ein Prüfprotokoll. Misstraue extrem günstigen Angeboten und Firmen, die Druck ausüben. Hole immer mehrere Angebote ein und vergleiche diese sorgfältig.
Fazit: Blitzschutz ist machbar und sinnvoll
Ein Blitzeinschlag im Haus ist ein seltenes, aber potenziell verheerendes Ereignis. Mit dem richtigen Schutzsystem kannst Du Dein Zuhause, Deine Familie und Deine wertvollen Besitztüme wirksam schützen. Ein dreistufiges Blitzschutzsystem aus äußerem Blitzschutz, innerem Blitzschutz und Überspannungsschutz bietet umfassende Sicherheit gegen direkte und indirekte Blitzschäden.
Die Investition in ein Blitzschutzsystem mag zunächst hoch erscheinen, doch sie relativiert sich durch die möglichen Schadenskosten, Versicherungsersparnisse und die Wertsteigerung der Immobilie. Besonders in Gewitterregionen und bei exponierten Gebäuden ist der Schutz eine lohnende Investition. Auch wenn keine gesetzliche Pflicht besteht, solltest Du die Installation eines Blitzschutzsystems in Erwägung ziehen – Deine Sicherheit und die Deiner Familie sind es wert.
Wichtig ist, dass Du bei Planung und Installation auf Fachleute setzt. Mit anyhelpnow findest Du den besten Elektriker in Deiner Nähe, der Dir bei der Installation von Blitzschutz- und Überspannungsschutzanlagen fachkundig zur Seite steht. Lass Dich beraten, hole mehrere Angebote ein und investiere in die Sicherheit Deines Zuhauses – es ist eine Entscheidung, die Du nicht bereuen wirst.