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Kompost richtig anlegen – So verwandeln Sie Gartenabfälle in wertvollen Dünger

Kompost richtig anlegen – So verwandeln Sie Gartenabfälle in wertvollen Dünger

06.01.2026

Lesezeit 8 Minuten

Zusammenfassung

Hobbygärtnern eine vollständige, praxisorientierte Anleitung zum erfolgreichen Anlegen und Pflegen eines Komposts zu bieten, um nachhaltig wertvollen Dünger zu produzieren.

Zusammenfassung

Hobbygärtnern eine vollständige, praxisorientierte Anleitung zum erfolgreichen Anlegen und Pflegen eines Komposts zu bieten, um nachhaltig wertvollen Dünger zu produzieren.

Stell Dir vor, Du wirfst keine Küchenabfälle mehr weg, sondern verwandelst sie in schwarzes Gold für Deinen Garten. Viele denken beim Kompost anlegen, es käme vor allem auf die perfekte Schichtung an – doch hier liegt der größte Irrtum. Der wahre Erfolgsfaktor wird fast immer übersehen: die Standortwahl. Ein halbschattiger Platz mit direktem Erdkontakt beeinflusst den Kompostierungserfolg mehr als jede noch so ausgeklügelte Material-Mischung.

Das Schönste am Kompostieren? Du schließt den natürlichen Kreislauf in Deinem Garten und produzierst dabei den besten organischen Dünger, den es gibt. Keine teuren Zusätze aus dem Baumarkt, keine komplizierte Chemie – nur Du, die Natur und ein bisschen Geduld. Das Ergebnis ist nahrhafter Humus, der Deine Pflanzen zum Strahlen bringt und dabei noch Deinen Geldbeutel schont.

In diesem umfassenden Leitfaden erfährst Du, warum der Standort entscheidender ist als die Material-Schichtung, welche einfachen Grundlagen wirklich zählen und wie Du in wenigen Monaten Deinen eigenen nährstoffreichen Kompost erntest. Vom ersten Spatenstich bis zum fertigen Humus – dieser praktische Ratgeber macht Dich zum erfolgreichen Komposter.

Warum die Standortwahl beim Kompost anlegen alles entscheidet

Die meisten Anfänger starten mit der Frage: "Wie schichte ich meinen Kompost richtig?" Doch diese Frage kommt zu früh. Der erste und wichtigste Schritt ist die Wahl des richtigen Standorts – ein Aspekt, der in vielen Ratgebern nur am Rande erwähnt wird, dabei aber über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

Ein optimal platzierter Komposthaufen anlegen bedeutet: halbschattig, windgeschützt und mit direktem Bodenkontakt. Warum ist das so entscheidend? Ein zu sonniger Standort trocknet den Kompost aus und verlangsamt die Zersetzung drastisch. Im tiefen Schatten hingegen bleibt er zu feucht und kalt – die Mikroorganismen arbeiten nicht optimal. Der halbschattige Platz unter einem Baum oder neben einer Hecke bietet die perfekte Balance.

Der direkte Erdkontakt ist der zweite Erfolgsfaktor: Regenwürmer, Asseln und Mikroorganismen müssen ungehindert in Deinen Kompost einwandern können. Sie sind die heimlichen Helden der Kompostierung. Ein Kompost auf Beton oder Fliesen funktioniert zwar auch, aber deutlich langsamer und weniger effektiv. Die Bodenfauna macht etwa 70% der Zersetzungsarbeit – ohne sie dauert alles doppelt so lange.

Die Entfernung zur Küche sollte praktikabel sein, aber nicht zu nah am Wohnbereich liegen. Ein gut funktionierender Kompost riecht angenehm erdig, doch in den ersten Wochen kann es intensiver sein. Fünf bis zehn Meter Abstand zum Haus sind ideal. Denke auch an die Zugänglichkeit mit der Schubkarre – Du wirst den fertigen Kompost später transportieren müssen.

Standort-KriteriumOptimalAkzeptabelProblematisch
LichteinfallHalbschattenWechselndVolle Sonne / tiefer Schatten
BodenkontaktDirekt auf ErdeAuf durchlässigem UntergrundAuf Beton/Fliesen
FeuchtigkeitNatürlich reguliertMit GießzugangStaunässe / extreme Trockenheit
WindschutzGeschütztTeilgeschütztStark exponiert
ErreichbarkeitMit SchubkarreFußwegSchwer zugänglich

Die richtige Vorbereitung für Deinen Kompost

Bevor Du mit dem eigentlichen Kompost anlegen beginnst, lohnt sich eine Bestandsaufnahme: Welches System passt zu Deinem Garten? Für Anfänger eignet sich ein einfacher Holzlattenkomposter am besten – er ist günstig, praktisch und sieht ordentlich aus. Du kannst ihn selbst bauen oder für 30-60 Euro fertig kaufen. Die Mindestgröße sollte 1 x 1 x 1 Meter betragen, damit sich ausreichend Wärme entwickeln kann.

Thermokomposter aus Kunststoff beschleunigen die Zersetzung durch bessere Wärmeisolierung, kosten aber 80-150 Euro. Sie eignen sich besonders für kleine Gärten und wenn Du schneller Ergebnisse sehen möchtest. Der offene Komposthaufen ist die naturnahste Variante und komplett kostenlos – er braucht aber mehr Platz und sieht weniger aufgeräumt aus.

Für Balkone und Terrassen gibt es Wurmkisten oder Bokashi-Eimer als kompakte Alternative. Diese Systeme funktionieren geruchlos in Innenräumen und produzieren ebenfalls wertvollen Dünger. Ein Bokashi-Eimer fasst etwa 16 Liter und kostet 40-60 Euro. Die Wurmkiste ist etwas größer und wandelt bereits nach 3-4 Monaten Küchenabfälle in Humus um.

An Werkzeugen brauchst Du nur das Nötigste: eine Gartengabel zum Umsetzen, eventuell eine Gießkanne für trockene Phasen und ein grobes Sieb für die Ernte. Teure Thermometer oder pH-Messgeräte kannst Du Dir sparen – die Natur zeigt Dir durch Geruch, Aussehen und Temperatur, ob alles stimmt.

Die Grundausstattung zum Komposthaufen anlegen kostet somit zwischen 0 Euro (offener Haufen) und etwa 100 Euro (Holzkomposter mit Werkzeugen). Diese Investition amortisiert sich bereits im ersten Jahr durch eingesparten Dünger und Blumenerde.

Das Grün-Braun-Prinzip verstehen und umsetzen

Das Erfolgsgeheimnis beim Kompostieren liegt im richtigen Verhältnis von "grünen" und "braunen" Materialien. Grüne Materialien sind stickstoffreich und sorgen für schnelle Zersetzung: Gemüseschalen, Obstreste, Kaffeesatz, Eierschalen, frischer Rasenschnitt und Unkraut ohne Samen. Sie liefern die Energie für die Mikroorganismen.

Braune Materialien sind kohlenstoffreich und geben dem Kompost Struktur: trockene Blätter, zerknüllte Zeitung, Pappe, Stroh, kleine Äste und Holzspäne. Sie sorgen für Belüftung und verhindern, dass der Kompost zu einer stinkenden Masse wird. Das ideale Verhältnis liegt bei etwa 2 Teilen braun zu 1 Teil grün – aber keine Sorge, Du musst nicht jede Handvoll abwiegen.

Was gehört auf den Kompost? Fast alle Küchenabfälle sind geeignet: Gemüse- und Obstreste, Kaffeesatz mit Filter, Teebeutel ohne Plastik, Eierschalen (zerkleinert), verwelkte Schnittblumen, Rasenschnitt (in dünnen Schichten), Laub, kleine Äste. Auch Haare vom Friseurbesuch oder Staubsaugerinhalte ohne Plastik kannst Du kompostieren – sie sind überraschend nährstoffreich.

Tabu sind: Fleisch, Fisch, Milchprodukte (locken Ratten an), gekochte Essensreste mit Öl, kranke Pflanzen, Wurzelunkräuter wie Quecke oder Giersch, Katzenstreu, behandeltes Holz und alles, was nicht natürlich abbaubar ist. Zitrusschalen nur in kleinen Mengen, da sie sehr sauer sind und die Zersetzung verlangsamen können.

Bei Zweifeln gilt die Faustregel: Was in der Natur vorkommt und unbehandelt ist, kann kompostiert werden. Zwiebel- und Knoblauchschalen, Kartoffelschalen, Nussschalen (zerkleinert), Stroh, Heu, Sägemehl von unbehandeltem Holz – all das funktioniert wunderbar. Mehr Inspiration zur nachhaltigen Gartenarbeit findest Du in unserem Leitfaden zum Bio-Garten anlegen.

Kompost richtig anlegen – die Schritt-für-Schritt Anleitung

Jetzt wird es praktisch: Wie legt man einen Kompost richtig an? Beginne mit einer etwa 20 Zentimeter dicken Drainageschicht aus groben Materialien wie kleinen Ästen, Strauchschnitt oder dicken Stängeln. Diese Schicht sorgt für Belüftung von unten und verhindert Staunässe. Sie ist das Fundament für erfolgreiche Kompostierung.

Darauf folgt die erste Kompostschicht: Mische braune und grüne Materialien in etwa 2:1 Verhältnis. Die Schicht sollte 10-15 Zentimeter dick sein. Stell Dir vor, Du baust einen Schichtkuchen – braun, grün, braun, grün. Nach jeder Schicht streust Du eine dünne Handvoll Gartenerde darüber. Diese enthält die wichtigen Mikroorganismen, die die Zersetzung in Gang setzen.

Wiederhole diesen Vorgang, bis Dein Kompost etwa 80-100 Zentimeter hoch ist. Höher sollte er nicht werden, sonst wird er in der Mitte anaerob (ohne Sauerstoff) und beginnt zu faulen statt zu kompostieren. Die richtige Feuchtigkeit erkennst Du am "Schwamm-Test": Drücke eine Handvoll Material zusammen. Es sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm – feucht, aber nicht tropfend.

Ist Dein Kompost zu trocken? Gieße vorsichtig mit der Gießkanne nach, am besten in mehreren Durchgängen. Zu nass? Mische trockenes Material wie zerknüllte Zeitung oder trockene Blätter unter. Die Feuchtigkeit ist fast genauso wichtig wie das Material-Verhältnis – ein zu trockener Kompost ruht, ein zu nasser fault.

In den ersten Tagen erwärmt sich Dein Kompost spürbar – das ist völlig normal und zeigt, dass die Mikroorganismen aktiv sind. Die Temperatur kann auf 50-70°C steigen. Nach etwa zwei Wochen sinkt sie wieder ab. Das Volumen reduziert sich bereits nach wenigen Wochen um 30-50% – kein Problem, einfach oben neues Material nachfüllen.

Richtige Kompostpflege – umsetzen, bewässern, kontrollieren

Kompost richtig anlegen bedeutet nicht nur Aufschichten und Warten. Alle 4-6 Wochen solltest Du ihn mit der Gartengabel umsetzen – das bringt Sauerstoff hinein und beschleunigt die Zersetzung erheblich. Dabei wandert das Material von außen nach innen und umgekehrt. Diese Durchmischung ist wichtig, damit alles gleichmäßig verrottet.

Der häufigste Anfängerfehler ist Ungeduld. Kompostierung braucht Zeit – akzeptiere das und lass die Natur arbeiten. Probleme wie üble Gerüche entstehen meist durch zu viel Nässe oder zu viele grüne Materialien auf einmal. Die Lösung: trockenes Material untermischen und den Kompost auflockern. Ein gesunder Kompost riecht angenehm erdig, wie ein Waldboden nach Regen.

Kleine Fruchtfliegen im Sommer sind völlig normal und kein Grund zur Sorge. Decke frische Küchenabfälle einfach mit einer dünnen Schicht braunem Material ab – Zeitungspapier, Laub oder trockener Rasenschnitt funktionieren perfekt. Ratten oder Mäuse kommen nur, wenn Du Fleisch oder Milchprodukte kompostierst – was Du ja vermeidest.

Im Winter verlangsamt sich die Zersetzung deutlich, stoppt aber nicht vollständig. Das ist natürlich und kein Problem. Du kannst trotzdem weiter Materialien hinzufügen. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen, wird der Prozess wieder aktiver. Viele erfahrene Gärtner kombinieren das Kompostieren mit weiteren Methoden zur Bodenverbesserung, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

PflegemaßnahmeHäufigkeitZeitpunktAufwandWirkung
UmsetzenAlle 4-6 WochenVormittagsMittelBeschleunigt Zersetzung um 50%
Feuchtigkeit prüfenWöchentlichBeliebigGeringVerhindert Austrocknung/Fäulnis
Material nachfüllenBei BedarfLaufendGeringKontinuierliche Produktion
Abdecken im Winter1x jährlichNovemberGeringSchützt vor Vernässung
DurchsiebenBei ErnteNach 8-12 MonatenMittelFeine Humusqualität

Die Ernte – fertigen Kompost erkennen und verwenden

Nach 8-12 Monaten ist es soweit: Dein Kompost ist reif! Du erkennst ihn daran, dass er dunkelbraun bis schwarz ist, angenehm erdig riecht und eine krümelige Struktur hat. Die ursprünglichen Materialien sind kaum noch zu erkennen – nur gröbere Teile wie Äste oder Nussschalen bleiben sichtbar. Diese sortierst Du aus und gibst sie zurück auf den neuen Kompost.

Zum Sieben nimmst Du ein grobes Gartensieb oder einen alten Hasendraht, den Du über eine Schubkarre spannst. Schaufel den Kompost durch und sammle das feine Material auf. Die gröberen Reste kommen zurück auf den Kompost – sie sind quasi der "Starter" für die nächste Charge und beschleunigen die Zersetzung.

Der fertige Kompost ist wahres schwarzes Gold für Deinen Garten. Gartenkompost erstellen und dann richtig anwenden: Als Mulchschicht verteilst Du 1-2 Zentimeter dünn um Deine Pflanzen herum. Das unterdrückt Unkraut, hält die Feuchtigkeit und füttert kontinuierlich die Bodenlebewesen. Für Gemüsebeete arbeitest Du im Frühjahr eine 2-3 Zentimeter dicke Schicht oberflächlich in die Erde ein.

Bei Neupflanzungen mischst Du den Kompost direkt ins Pflanzloch – etwa ein Drittel Kompost, zwei Drittel Gartenerde. Deine Pflanzen werden es Dir mit kräftigem Wachstum danken. Der selbst hergestellte Humus enthält alle Nährstoffe in perfekt ausgewogener Form – besser als jeder künstliche Dünger aus dem Handel. Weitere Tipps zur optimalen Nährstoffversorgung findest Du in unserem Ratgeber zum Garten düngen.

Für Topf- und Kübelpflanzen mischst Du maximal 20-30% Kompost unter die Blumenerde – reiner Kompost ist zu nährstoffreich und kann empfindliche Wurzeln verbrennen. Bei Rasen verteilst Du im Frühjahr oder Herbst eine dünne Schicht (etwa 1 cm) und arbeitest sie mit einem Rechen ein. Das verbessert die Bodenstruktur und macht chemischen Rasendünger überflüssig.

Verschiedene Kompostierungsmethoden im Vergleich

Neben dem klassischen Komposthaufen gibt es weitere Methoden, die je nach Situation besser passen können. Der Thermokomposter aus Kunststoff isoliert gut und beschleunigt die Zersetzung auf 4-6 Monate. Er eignet sich perfekt für kleine Gärten, kostet aber 80-150 Euro. Der große Vorteil: Er bleibt auch im Winter aktiv und sieht sehr ordentlich aus.

Die Wurmkiste (Vermikompostierung) funktioniert sogar in der Wohnung geruchlos. Spezielle Kompostwürmer (Eisenia fetida) fressen die Küchenabfälle und produzieren hochwertigen Wurmhumus. Nach 3-4 Monaten kannst Du ernten. Diese Methode ist ideal für Stadtbewohner ohne Garten. Eine Wurmkiste kostet 80-120 Euro oder lässt sich selbst bauen.

Der Bokashi-Eimer fermentiert die Abfälle anaerob (ohne Sauerstoff) mit Hilfe von Effektiven Mikroorganismen (EM). Nach 2-3 Wochen entsteht eine Art "Vorkompost", der noch im Garten vergraben werden muss. Der Vorteil: Du kannst auch Fleisch und Milchprodukte verwerten, die im normalen Kompost tabu sind. Kosten: 40-60 Euro für den Eimer plus 10-15 Euro für EM-Starter.

Der klassische offene Komposthaufen ist die naturnahste und günstigste Variante. Er braucht keinen Behälter, nur eine abgegrenzte Ecke im Garten. Die Zersetzung dauert 10-12 Monate, aber Du sparst Dir jede Investition. Besonders für große Gärten mit viel Grünschnitt ist diese Methode ideal. Die Mischung aus verschiedenen Materialien und die regelmäßige Pflege ähneln den Prinzipien beim Pflanzen pflegen.

Schnellkomposter mit speziellem Kompostbeschleuniger versprechen Ergebnisse in 6-8 Wochen. Ehrlich gesagt: Das funktioniert nur unter idealen Bedingungen und bei sehr feinem Material. Für den normalen Garten sind diese Mittel überflüssig – ein gutes Material-Verhältnis und regelmäßiges Umsetzen beschleunigen genauso effektiv.

Häufige Probleme beim Kompost anlegen und ihre Lösung

Mein Kompost stinkt – was tun? Unangenehmer Geruch (faulig, nach Ammoniak) deutet auf zu viel Feuchtigkeit oder zu viele grüne Materialien hin. Lösung: Lockere den Kompost auf, mische trockenes braunes Material großzügig unter (Zeitungspapier, trockenes Laub, Stroh) und reduziere vorübergehend die Zugabe von Küchenabfällen. Nach 2-3 Tagen sollte der Geruch verschwunden sein.

Der Kompost wird nicht warm bedeutet meist zu wenig Stickstoff oder zu trocken. Prüfe die Feuchtigkeit und gib eventuell etwas frischen Rasenschnitt oder Kaffeesatz dazu. Eine Handvoll Hornspäne kann ebenfalls helfen. Die richtige Größe ist auch wichtig – unter 1 Kubikmeter entwickelt sich zu wenig Wärme.

Ratten im Kompost kommen fast immer wegen Fleisch, Fisch oder gekochten Essensresten. Entferne diese Materialien konsequent. Ein fest schließender Deckel und das Vergraben frischer Abfälle unter einer Schicht trockenen Materials helfen. Notfalls kannst Du drahtigen Hasendraht unter und um den Kompost verlegen.

Zu viele Fliegen sind im Sommer normal, können aber lästig werden. Die Lösung: Decke frische Küchenabfälle sofort mit braunem Material ab. Eine dünne Schicht Gesteinsmehl oder Urgesteinsmehl darüber streuen wirkt ebenfalls abschreckend. Bokashi-Eimer sind komplett fliegenfrei, da sie fest verschlossen sind.

Der Kompost trocknet aus passiert besonders im Hochsommer an sonnigen Standorten. Gieße regelmäßig, am besten mit abgestandenem Regenwasser. Decke den Kompost notfalls mit alten Säcken oder Pappe ab, um die Verdunstung zu reduzieren. Langfristig: Standort überdenken oder Halbschatten durch Bepflanzung schaffen.

Ameisen im Kompost sind eigentlich ein gutes Zeichen für einen trockenen, luftigen Kompost. Wenn sie überhandnehmen, ist der Kompost zu trocken. Gieße großzügig, das vertreibt die Ameisen meist von selbst. Sie sind nicht schädlich, nur manchmal lästig beim Umsetzen.

Häufig gestellte Fragen zum Kompost anlegen

Wie lange dauert es, bis der Kompost fertig ist? Bei guter Pflege und regelmäßigem Umsetzen dauert es 8-12 Monate. Im Thermokomposter geht es schneller (4-6 Monate), im offenen Haufen ohne Umsetzen kann es bis zu 18 Monate dauern. Die Jahreszeit spielt auch eine Rolle – im Winter ruht die Zersetzung fast.

Kann ich auch im Winter kompostieren? Ja, Du kannst das ganze Jahr über Material hinzufügen. Die Zersetzung verlangsamt sich zwar erheblich, stoppt aber nicht komplett. Im Frühjahr wird der Prozess wieder aktiver. Ein Thermokomposter bleibt auch im Winter relativ aktiv.

Muss ich den Kompost umsetzen? Umsetzen ist nicht zwingend nötig, beschleunigt aber die Zersetzung um etwa 50%. Wenn Du Zeit und Motivation hast, setze alle 4-6 Wochen um. Wenn nicht, dauert es einfach etwas länger – funktionieren tut es trotzdem. Ähnlich wie bei der Gartengestaltung kommt es auf Deine persönlichen Möglichkeiten an.

Was ist besser: Komposter oder offener Haufen? Ein Komposter sieht ordentlicher aus und hält die Wärme besser. Der offene Haufen ist günstiger (kostenlos) und bietet mehr Flexibilität. Für kleine Gärten empfiehlt sich der Komposter, für große Grundstücke mit viel Grünschnitt der offene Haufen. Beide Methoden funktionieren gleich gut.

Brauche ich Kompostbeschleuniger oder Starter? Nein, die sind nicht nötig. Eine Handvoll Gartenerde zwischen den Schichten liefert alle nötigen Mikroorganismen kostenlos. Kompostbeschleuniger können im Einzelfall helfen (z.B. bei reinem Herbstlaub), sind aber kein Muss. Spare Dir das Geld.

Darf Unkraut auf den Kompost? Ja, aber nur wenn es nicht blüht oder Samen trägt. Wurzelunkräuter wie Giersch oder Quecke solltest Du lieber über den Restmüll entsorgen – ihre Wurzeln überleben die Kompostierung oft und breiten sich beim Ausbringen wieder aus.

Kompost anlegen – mit professioneller Hilfe zum perfekten Ergebnis

Wenn Du beim Kompost im Garten anlegen Unterstützung brauchst oder größere Gartenprojekte planst, findest Du mit anyhelpnow erfahrene Gärtner, die Dir beim Anlegen Deines ersten Komposts helfen. Sie zeigen Dir die besten Techniken, wählen den optimalen Standort und geben wertvolle Praxis-Tipps für Deinen individuellen Garten.

Für umfassende Gartenprojekte stehen Dir über anyhelpnow qualifizierte Garten- und Landschaftsbauer zur Seite. Sie können nicht nur einen professionellen Kompostplatz einrichten, sondern Deinen gesamten Garten für nachhaltiges Gärtnern optimieren – von der Bodenanalyse bis zur Anlage von Hochbeeten.

Wenn Du einen kompletten Gemüsegarten planst, können unsere Experten Dir zeigen, wie Kompostierung und Beetplanung perfekt zusammenspielen. Sie beraten Dich zu Fruchtfolgen, Mischkultur und der optimalen Kompostnutzung für maximale Erträge.

Auch beim vollständigen Kompostierungs-System inklusive Wurmkiste, Bokashi und klassischem Kompost helfen Dir die Profis von anyhelpnow. Sie finden die Lösung, die perfekt zu Deinem Garten, Deinem Lebensstil und Deinem Budget passt.

Fazit: Dein Weg zum erfolgreichen Kompost

Kompost anlegen ist keine Wissenschaft – es ist eine Kunst, die jeder lernen kann. Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Leitfaden: Der Standort ist entscheidender als die perfekte Schichtung. Ein halbschattiger Platz mit direktem Erdkontakt macht 70% des Erfolgs aus. Das richtige Material-Verhältnis von etwa 2 Teilen braun zu 1 Teil grün sorgt für den Rest.

Du brauchst keine teuren Geräte, keine komplizierten Messungen und keine perfekte Perfektion. Ein einfacher Holzkomposter oder sogar ein offener Haufen, regelmäßig gefüttert mit Küchenabfällen und Gartenresten, verwandelt sich in 8-12 Monaten wie von selbst in wertvollen Humus. Die Natur macht die Arbeit – Du musst nur die richtigen Bedingungen schaffen.

Beginne heute: Such Dir einen halbschattigen Platz im Garten, leg eine Drainageschicht aus Ästen an und schichte die ersten Materialien auf. Schon in wenigen Wochen siehst Du erste Veränderungen. Nach einigen Monaten hältst Du Deinen ersten selbst produzierten Kompost in den Händen – und Du wirst verstehen, warum passionierte Gärtner vom "schwarzen Gold" schwärmen.

Kompost richtig anlegen bedeutet auch, Teil eines natürlichen Kreislaufs zu werden. Du gibst der Natur zurück, was ihr gehört, und sie belohnt Dich mit gesunden, kräftigen Pflanzen. Jeder Kompost ist einzigartig, genau wie Dein Garten. Experimentiere, beobachte und lerne – so wirst Du mit jedem Jahr besser. Die Investition von ein paar Stunden Arbeit beschert Dir jahrelang kostenlosen, hochwertigen Dünger und ein gutes Gewissen. Worauf wartest Du noch? Leg los!

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