Zusammenfassung
Beim internationalen Versand entscheidet das Zielland über Zoll und Papiere: Innerhalb der EU entfallen Zollformulare, für Drittländer brauchst Du CN22 oder CN23. Der Beitrag erklärt die Formulare, den seit 1. Juli 2026 geltenden Pauschalzoll von 3 Euro, die Einfuhrumsatzsteuer und wer die Abgaben zahlt.
Zusammenfassung
Beim internationalen Versand entscheidet das Zielland über Zoll und Papiere: Innerhalb der EU entfallen Zollformulare, für Drittländer brauchst Du CN22 oder CN23. Der Beitrag erklärt die Formulare, den seit 1. Juli 2026 geltenden Pauschalzoll von 3 Euro, die Einfuhrumsatzsteuer und wer die Abgaben zahlt.
Du willst ein Paket ins Ausland schicken. Vielleicht an Freunde in der Schweiz. Vielleicht an Kunden in den USA. Plötzlich tauchen Fragen auf: Welches Formular brauche ich? Wer zahlt den Zoll? Und was ändert sich gerade bei den Regeln?
Die Antwort ist: Es ist machbar. Mit der richtigen Vorbereitung klappt der internationale Versand ohne Stress. Dieser Ratgeber zeigt Dir Schritt für Schritt, wie Du mit dem Zoll umgehst, welche Papiere Du brauchst und wo Du Geld sparen kannst.
Wann Zoll beim internationalen Versand überhaupt anfällt
Die wichtigste Frage zuerst: Wohin geht Dein Paket? Davon hängt alles ab.
Innerhalb der EU brauchst Du in der Regel keine Zollpapiere. Es gibt keine Zollgrenzen. Du packst, klebst das Label drauf und gibst das Paket ab.
Anders sieht es bei Ländern außerhalb der EU aus. Dazu zählen zum Beispiel die Schweiz, Großbritannien und die USA. Dort musst Du Deine Sendung beim Zoll anmelden. Das gilt auch für Geschenke und private Pakete.
Vorsicht bei einigen EU-Gebieten mit Sonderstatus. Die Kanarischen Inseln gehören zwar zum EU-Zollgebiet, aber nicht zum EU-Mehrwertsteuergebiet. Für Sendungen dorthin brauchst Du deshalb trotzdem eine Zollinhaltserklärung, und beim Empfänger können Einfuhrabgaben anfallen. Ceuta und Melilla liegen dagegen ganz außerhalb der EU-Zollunion. Prüfe vor dem Versand immer, ob Dein Zielort zum EU-Zollgebiet und zum EU-Mehrwertsteuergebiet gehört.
Zollinhaltserklärung: CN22 oder CN23?
Bei Paketen und Päckchen in Länder außerhalb der EU brauchst Du eine Zollinhaltserklärung. Damit sagst Du dem Zoll, was im Paket steckt und was es wert ist. Ohne dieses Dokument kann die Sendung hängen bleiben.
Es gibt zwei Formulare. Welches Du brauchst, hängt von Wert und Gewicht ab.
| Merkmal | CN22 | CN23 |
|---|---|---|
| Typische Sendung | Päckchen | Paket |
| Warenwert | bis rund 350 Euro (300 SZR) | darüber |
| Gewicht | bis 2 kg | darüber |
| Umfang | Kompaktes Etikett | Ausführliches Formular |
Das klingt technisch, ist aber einfach. Bei DHL kannst Du das Formular online ausfüllen und ausdrucken. Danach klebst Du es gut sichtbar auf das Paket.
Bei der Ausfuhr aus der EU gilt die Erklärung bei Waren kommerzieller Art bis 1.000 Euro gleichzeitig als Zollanmeldung. Wertvollere Sendungen brauchen zusätzlich eine Ausfuhranmeldung.
Nutzt Du einen privaten Paketdienst wie UPS, FedEx oder DPD? Dann brauchst Du meist eine Handelsrechnung. Bei kostenlosen Waren ist es eine Proforma-Rechnung. Frag vorher beim Anbieter nach, welche Unterlagen er verlangt.
So füllst Du die Zollpapiere richtig aus
Hier passieren die meisten Fehler. Dabei helfen ein paar einfache Regeln.
Beschreibe den Inhalt konkret. "Geschenk" oder "Waren" reicht nicht. Schreib lieber "Baumwoll-Pullover, 2 Stück". Gib den echten Warenwert an. Wer zu niedrig angibt, riskiert Ärger beim Zoll.
Gib außerdem das Gewicht an und kreuze die Art der Sendung an. Geschenk, Muster, Verkauf oder Rücksendung: Das macht einen Unterschied. Bei Verkäufen hilft Dir die Zolltarifnummer, auch HS-Code genannt. Sie ordnet Deine Ware einer Warengruppe zu.
Prüfe außerdem, ob Du die Ware überhaupt verschicken darfst. Manche Dinge sind in bestimmten Ländern verboten oder streng geregelt. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Lebensmittel, Medikamente oder Akkus. Ein Blick auf die Seite des Zielland-Zolls lohnt sich immer.
Neue Zollregeln 2026: Das ändert sich beim Import
Auch wenn Du selbst nur verschickst: Die Regeln für den Import betreffen Dich oft indirekt. Zum Beispiel, wenn Du etwas zurückbekommst oder selbst bestellst.
Seit dem 1. Juli 2026 gibt es in der EU keine Zollfreigrenze von 150 Euro mehr. Für Waren aus Drittländern bis 150 Euro gilt stattdessen ein Pauschalzoll von 3 Euro. Er wird je Ware beziehungsweise Warenposition erhoben. Die Übergangsregelung soll bis Juli 2028 gelten.
Die Einfuhrumsatzsteuer kommt zusätzlich dazu. Sie beträgt in Deutschland meist 19 Prozent, für manche Waren 7 Prozent. Eine Freigrenze gibt es dafür schon seit Juli 2021 nicht mehr.
Oft verlangen Paketdienste außerdem eine Servicepauschale. Bei DHL sind das zum Beispiel 7,50 Euro, wenn sie die Abgaben für Dich auslegen. Das kann bei kleinen Bestellungen mehr kosten als der Zoll selbst.
Sendest Du ein Paket zurück, wird der Zoll nicht automatisch erstattet. Kläre das am besten vor der Rücksendung.
Zoll und Versand für Onlinehändler
Du verkaufst online und willst ins Ausland liefern? Dann lohnt sich ein klarer Ablauf. Wer als Selbstständiger startet, sollte zuerst die Basics klären. Wie Du ein Kleingewerbe anmeldest, erfährst Du in unserem Ratgeber. Auch die Steuer fürs Kleingewerbe solltest Du kennen.
Kunden aus dem Ausland erwarten klare Infos. Sag ihnen schon im Shop, wer den Zoll zahlt. Und kläre, ob Du Versandkosten und Abgaben getrennt ausweist. So vermeidest Du böse Überraschungen und Rückfragen.
Wer schnell liefern muss, schaut sich Optionen an, bei denen der Express-Service im Fokus steht. Auch ein Blick auf die Same-Day-Delivery zeigt, was bei schnellen Lieferungen wichtig ist.
Sicher verpacken und gut versichern
Pakete ins Ausland sind länger unterwegs. Sie werden öfter umgeladen. Deshalb muss die Verpackung mehr aushalten als bei einer Inlandssendung.
Nimm stabile Kartons und genug Polstermaterial. Wie Du das richtig machst, zeigt der Ratgeber zum Kartons packen. Wer Waren verkauft, findet zusätzlich Ideen im Beitrag zum Verpackungsdesign.
Denk auch an den Versicherungsschutz. Bei hochwertigen Waren lohnt sich eine Transportversicherung. Was dabei zu beachten ist, liest Du im Beitrag zur Versicherung von Umzugsgut. Die Grundidee gilt auch für Pakete.
Häufige Fragen zu internationalem Versand und Zoll
Muss ich bei jedem Paket ins Ausland Zoll zahlen? Nein. Innerhalb der EU fällt kein Zoll an. Bei Sendungen in Länder außerhalb der EU entscheidet das Zielland, welche Abgaben anfallen. Das kann Zoll, Steuern oder beides sein.
Welche Zollpapiere brauche ich für ein Paket in die Schweiz oder nach Großbritannien? Beide Länder gehören nicht zur EU. Du brauchst also eine Zollinhaltserklärung. Für Päckchen bis etwa 350 Euro und 2 kg ist das die CN22. Für Pakete ist es die CN23.
Wo bekomme ich das Formular CN22 oder CN23? Du bekommst es bei der Deutschen Post oder bei DHL. Du kannst es online ausfüllen, ausdrucken und auf das Paket kleben. Viele Versandportale erstellen es auch automatisch.
Wer zahlt den Zoll: Absender oder Empfänger? Meist zahlt der Empfänger die Abgaben im Zielland. Du kannst aber auch vereinbaren, dass Du sie übernimmst. Das nennt sich "verzollt versenden". Sprich das vorher mit dem Paketdienst ab.
Was passiert, wenn ich falsche Angaben mache? Der Zoll kann die Sendung anhalten. Das verzögert die Lieferung. Im schlimmsten Fall drohen Strafen. Gib deshalb immer korrekte Werte und Beschreibungen an.
Ist die 150-Euro-Zollfreigrenze 2026 wirklich weg? Ja. Seit dem 1. Juli 2026 gilt sie bei Importen in die EU nicht mehr. Stattdessen gibt es einen Pauschalzoll von 3 Euro je Ware bei Sendungen bis 150 Euro.
Kann ich Geschenke zollfrei verschicken? Bei privaten Geschenken gelten oft höhere Grenzen als bei Warenlieferungen. Die genauen Beträge unterscheiden sich je nach Land. Informiere Dich deshalb vorher beim Zoll des Ziellandes.
Auslandsumzug oder große Sendung? Hol Dir Unterstützung
Manchmal reicht ein Paket nicht aus. Vielleicht ziehst Du um oder verschickst viele Kartons auf einmal. Dann hilft eine gute Planung. Eine Umzugs-Checkliste hält Dich auf Kurs. Und wenn Du ein Fahrzeug brauchst, kannst Du einen Transporter mieten.
Mit anyhelpnow findest Du die passende Umzugshilfe, die Dir beim Packen, Tragen und Transportieren hilft. So sparst Du Zeit und Nerven, wenn es um große Sendungen geht.
Du betreibst einen Onlineshop und willst im Ausland mehr Kunden erreichen? Mit anyhelpnow findest Du Profis im Digitalen Marketing, die Dir bei Sichtbarkeit und Kundengewinnung helfen können.
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