Zusammenfassung
Umfassende Aufklärung über die Sinnhaftigkeit einer Pflegezusatzversicherung mit konkreten Entscheidungskriterien, Kostenvergleichen und praktischen Handlungsempfehlungen für verschiedene Lebenssituationen.
Zusammenfassung
Umfassende Aufklärung über die Sinnhaftigkeit einer Pflegezusatzversicherung mit konkreten Entscheidungskriterien, Kostenvergleichen und praktischen Handlungsempfehlungen für verschiedene Lebenssituationen.
Die Frage, ob eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist, beschäftigt immer mehr Menschen in Deutschland. Angesichts steigender Pflegekosten und der zunehmenden Lebenserwartung wird die finanzielle Absicherung im Pflegefall zu einem entscheidenden Thema für Deine Altersvorsorge. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt im Ernstfall nur einen Teil der tatsächlichen Kosten ab – die sogenannte Pflegelücke kann schnell mehrere Tausend Euro pro Monat betragen. Doch nicht für jeden ist eine private Pflegezusatzversicherung die richtige Lösung. In diesem umfassenden Ratgeber erfährst Du, wann sich der Abschluss lohnt, welche Kosten auf Dich zukommen und welche Entscheidungskriterien wirklich wichtig sind. Du erhältst konkrete Zahlen, verständliche Vergleiche und eine fundierte Basis für Deine persönliche Entscheidung.
Die Pflegelücke der gesetzlichen Pflegeversicherung verstehen
Die gesetzliche Pflegeversicherung wurde 1995 als fünfte Säule der Sozialversicherung eingeführt. Doch was viele nicht wissen: Sie wurde von Anfang an nur als Teilkaskoversicherung konzipiert. Das bedeutet, dass sie lediglich einen Grundschutz bietet und keinesfalls alle Pflegekosten abdeckt. Diese Lücke zwischen den tatsächlichen Kosten und den gesetzlichen Leistungen wird als Pflegelücke bezeichnet – und sie ist erheblich.
Die Realität zeigt deutlich, wie groß diese Lücke ausfallen kann. Bei stationärer Pflege in einem Pflegeheim entstehen monatliche Kosten zwischen 3.000 und 5.000 Euro, je nach Region und Einrichtung. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt davon nur einen Teil. Auch bei häuslicher Pflege reichen die Leistungen oft nicht aus, um professionelle Pflegekräfte zu finanzieren oder pflegende Angehörige angemessen zu entlasten.
Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Kosten im Vergleich zu den gesetzlichen Leistungen:
| Pflegegrad | Durchschnittliche Kosten (stationär) | Gesetzliche Leistung | Pflegelücke monatlich |
|---|---|---|---|
| Pflegegrad 1 | 2.500 € | 0 € | 2.500 € |
| Pflegegrad 2 | 3.200 € | 796 € | 2.404 € |
| Pflegegrad 3 | 3.800 € | 1.497 € | 2.303 € |
| Pflegegrad 4 | 4.400 € | 1.859 € | 2.541 € |
| Pflegegrad 5 | 5.200 € | 2.299 € | 2.901 € |
Hinweis: Die Kosten variieren regional erheblich. In Ballungsräumen wie München oder Hamburg liegen die Heimkosten oft 20-30% über dem Bundesdurchschnitt.
Diese Zahlen verdeutlichen das Kernproblem: Selbst beim höchsten Pflegegrad bleibt eine Lücke von knapp 3.000 Euro pro Monat. Über mehrere Jahre hinweg summiert sich das schnell auf sechsstellige Beträge. Viele Familien müssen daher auf eigenes Vermögen zurückgreifen, Immobilien verkaufen oder die Angehörigen finanziell stark belasten.
Welche Arten der Pflegezusatzversicherung gibt es?
Bei der Frage, ob eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist, solltest Du zunächst die verschiedenen Versicherungsmodelle verstehen. Es gibt drei Haupttypen, die sich grundlegend in ihrer Funktionsweise und ihren Vor- und Nachteilen unterscheiden. Die Wahl des richtigen Typs hängt von Deinen individuellen Bedürfnissen, Deinem Budget und Deiner Risikobereitschaft ab.
Pflegetagegeldversicherung: Maximale Flexibilität für Deine Bedürfnisse
Die Pflegetagegeldversicherung ist die beliebteste Form der privaten Pflegezusatzversicherung. Sie zahlt Dir im Pflegefall einen festen Tagessatz aus, den Du völlig frei verwenden kannst. Du entscheidest selbst, ob Du damit professionelle Pflegekräfte bezahlst, Angehörige entlohnst oder Deine Wohnung barrierefrei umgestaltest.
Der größte Vorteil liegt in der Flexibilität: Du bist nicht an Rechnungen gebunden und musst keine Nachweise erbringen. Die Höhe des Tagegeldes steigt mit dem Pflegegrad – je höher Deine Pflegebedürftigkeit, desto mehr Geld erhältst Du. Typischerweise kannst Du zwischen 10 und 100 Euro pro Tag versichern. Bei einem vereinbarten Tagessatz von 50 Euro erhältst Du im Pflegegrad 5 also 1.500 Euro monatlich zusätzlich zu den gesetzlichen Leistungen.
Pflegekostenversicherung: Erstattung nach Rechnungsstellung
Die Pflegekostenversicherung funktioniert nach dem Kostenerstattungsprinzip. Sie übernimmt die Differenz zwischen den tatsächlich entstandenen Pflegekosten und den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Du reichst Rechnungen ein und bekommst die Kosten anteilig oder vollständig erstattet.
Dieser Versicherungstyp bietet in der Theorie den umfassendsten Schutz, da er an die realen Kosten gekoppelt ist. Allerdings bist Du hier deutlich weniger flexibel – Du musst alle Ausgaben nachweisen und bist auf anerkannte Pflegedienstleister angewiesen. Für Menschen, die eine professionelle Pflege in Anspruch nehmen möchten und Wert auf maximale Kostendeckung legen, kann diese Variante eine gute Wahl sein.
Pflege-Bahr: Staatlich geförderte Grundabsicherung
Der Pflege-Bahr ist eine staatlich geförderte Form der Pflegezusatzversicherung. Wenn Du mindestens 10 Euro monatlich einzahlst, erhältst Du vom Staat eine Zulage von 5 Euro pro Monat – das entspricht 60 Euro jährlich. Der große Vorteil: Diese Versicherung ist ohne Gesundheitsprüfung abschließbar, was sie besonders für Menschen mit Vorerkrankungen attraktiv macht.
Allerdings hat der Pflege-Bahr auch Nachteile. Die Leistungen sind im Vergleich zu regulären Pflegetagegeldversicherungen oft geringer, und es gibt eine fünfjährige Wartezeit, in der nur reduzierte Leistungen gezahlt werden. Zudem ist die staatliche Förderung von 60 Euro jährlich im Verhältnis zu den Gesamtkosten eher symbolisch.
Die folgende Tabelle gibt Dir einen Überblick über die wichtigsten Unterschiede:
| Versicherungstyp | Vorteile | Nachteile | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Pflegetagegeld | Maximale Flexibilität, keine Nachweise nötig, planbare Leistung | Leistung nicht an reale Kosten gekoppelt | Menschen, die Gestaltungsfreiheit wünschen |
| Pflegekostenversicherung | Deckung realer Kosten, umfassender Schutz | Wenig Flexibilität, Nachweispflicht, oft teurer | Menschen mit hohem Sicherheitsbedürfnis |
| Pflege-Bahr | Staatliche Förderung, ohne Gesundheitsprüfung | Niedrigere Leistungen, Wartezeit, begrenzte Förderung | Menschen mit Vorerkrankungen |
Bei der Auswahl solltest Du auch bedenken, dass sich die monatlichen Beiträge erheblich unterscheiden können. Eine Pflegetagegeldversicherung mit 50 Euro Tagessatz kostet einen 50-jährigen Mann etwa 60-80 Euro monatlich, während eine vergleichbare Pflegekostenversicherung oft 15-20% teurer ist.
Ab wann ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll?
Die Frage nach dem optimalen Einstiegszeitpunkt ist zentral, wenn Du überlegst, ob eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist. Das Alter spielt dabei eine entscheidende Rolle – sowohl für die Höhe der Beiträge als auch für die Annahmewahrscheinlichkeit durch den Versicherer. Die gängige Faustregel "je früher, desto besser" greift hier jedoch zu kurz und kann sogar zu falschen Entscheidungen führen.
Die Versicherungsbranche empfiehlt häufig einen möglichst frühen Abschluss, um niedrige Beiträge zu sichern. Doch aus finanzmathematischer Sicht ist diese Empfehlung differenziert zu betrachten. Ein 30-Jähriger zahlt zwar nur 30-40 Euro monatlich für eine gute Pflegetagegeldversicherung, muss diese Beiträge aber voraussichtlich 40-50 Jahre lang entrichten. Das summiert sich auf 14.400 bis 24.000 Euro – ohne Berücksichtigung der Beitragsdynamik.
Unter 50 Jahren ist von einem Abschluss meist abzuraten. Die Wahrscheinlichkeit, in den nächsten 20-30 Jahren pflegebedürftig zu werden, liegt unter 2%. Gleichzeitig sind die Opportunitätskosten hoch: Das Geld, das Du in die Versicherung einzahlst, fehlt Dir für andere Formen der Vermögensbildung. Eine Investition in ETFs oder andere Anlageformen würde in diesem Zeitraum voraussichtlich deutlich höhere Renditen erzielen.
Das goldene Zeitfenster liegt zwischen 50 und 60 Jahren. In diesem Alter ist das Verhältnis zwischen Prämie und Leistung optimal. Die monatlichen Beiträge sind mit 60-100 Euro noch überschaubar, die Gesundheitsprüfung in der Regel noch kein großes Hindernis, und die Einzahlphase bis zum wahrscheinlichen Pflegefall ist nicht mehr so lang. Gleichzeitig beginnt ab 50 das Pflegerisiko statistisch signifikant zu steigen.
Ab 60 Jahren wird es zunehmend schwieriger. Die Gesundheitsprüfungen werden strenger, viele Versicherer lehnen Antragsteller mit Vorerkrankungen ab oder verlangen Risikozuschläge. Die monatlichen Beiträge steigen deutlich – ein 65-Jähriger zahlt oft das Doppelte eines 55-Jährigen für denselben Versicherungsschutz. Hinzu kommt: Je älter Du bist, desto kürzer ist die Einzahlphase bis zum möglichen Leistungsfall, was die Wirtschaftlichkeit der Versicherung verschlechtert.
Die folgende Tabelle zeigt die typische Prämienentwicklung für eine Pflegetagegeldversicherung mit 50 Euro Tagessatz:
| Eintrittsalter | Monatlicher Beitrag (Mann) | Monatlicher Beitrag (Frau) | Gesamtkosten bis 85 |
|---|---|---|---|
| 30 Jahre | 35 € | 40 € | 23.100 € - 26.400 € |
| 40 Jahre | 50 € | 60 € | 27.000 € - 32.400 € |
| 50 Jahre | 75 € | 90 € | 31.500 € - 37.800 € |
| 55 Jahre | 95 € | 115 € | 34.200 € - 41.400 € |
| 60 Jahre | 130 € | 160 € | 39.000 € - 48.000 € |
| 65 Jahre | 190 € | 230 € | 45.600 € - 55.200 € |
Hinweis: Frauen zahlen höhere Beiträge, da sie statistisch länger leben und häufiger pflegebedürftig werden.
Diese Zahlen verdeutlichen ein wichtiges Muster: Obwohl die monatlichen Beiträge mit dem Alter steigen, führen frühere Abschlüsse nicht zwangsläufig zu niedrigeren Gesamtkosten. Der 30-Jährige zahlt zwar weniger pro Monat, aber über 55 Jahre hinweg. Der 50-Jährige zahlt mehr, aber nur über 35 Jahre. Die Gesamtkosten bis zum 85. Lebensjahr unterscheiden sich oft nur um 20-30%.
Kosten-Nutzen-Analyse: Wann lohnt sich der Abschluss für Dich?
Die zentrale Frage, ob eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Sie hängt von einer Vielzahl persönlicher Faktoren ab. Eine strukturierte Entscheidungsmatrix kann Dir helfen, Deine individuelle Situation besser einzuschätzen und eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Zunächst solltest Du Deine finanzielle Ausgangssituation analysieren. Verfügst Du über ausreichend Vermögen, um eine mögliche Pflegelücke selbst zu decken? Als Faustregel gilt: Wenn Du liquide Mittel von mindestens 150.000 Euro hast, die Du nicht für andere Zwecke benötigst, kannst Du theoretisch auf eine Pflegezusatzversicherung verzichten und im Pflegefall aus Eigenmitteln zahlen. Allerdings solltest Du dabei auch bedenken, dass Du dieses Vermögen möglicherweise vererben oder für andere Lebensziele nutzen möchtest.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist Deine familiäre Situation. Hast Du Kinder oder andere Angehörige, die Du finanziell nicht belasten möchtest? Möchtest Du Dein Vermögen schützen und an die nächste Generation weitergeben? In diesem Fall kann eine private Pflegezusatzversicherung als Instrument der Vermögenssicherung dienen. Ohne Versicherungsschutz müssen Angehörige unter Umständen für die Pflegekosten aufkommen, wenn Dein Vermögen und Deine Rente nicht ausreichen.
Deine Gesundheit spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Wenn Du bereits Vorerkrankungen hast oder in Deiner Familie Pflegebedürftigkeit gehäuft auftritt, kann eine frühzeitige Absicherung sinnvoll sein – vorausgesetzt, Du bekommst überhaupt noch einen Versicherungsschutz zu vertretbaren Konditionen. Viele Versicherer lehnen Antragsteller mit bestimmten Erkrankungen ab oder verlangen hohe Risikozuschläge.
Die folgende Entscheidungsmatrix hilft Dir bei der Einschätzung:
| Faktor | Punkte (1-5) | Gewichtung |
|---|---|---|
| Alter zwischen 50-60 Jahren | ☐ 1-5 | Hoch |
| Guter Gesundheitszustand | ☐ 1-5 | Hoch |
| Monatliches Nettoeinkommen > 2.500 € | ☐ 1-5 | Mittel |
| Vorhandenes Vermögen < 150.000 € | ☐ 1-5 | Hoch |
| Kinder/Angehörige vorhanden | ☐ 1-5 | Mittel |
| Familiäre Vorbelastung Pflege | ☐ 1-5 | Mittel |
| Leben in Ballungsraum (hohe Pflegekosten) | ☐ 1-5 | Niedrig |
Auswertung:
25-35 Punkte: Eine Pflegezusatzversicherung ist für Dich sehr empfehlenswert
15-24 Punkte: Der Abschluss kann sinnvoll sein, hängt von individuellen Präferenzen ab
Unter 15 Punkte: Alternative Absicherungsstrategien sollten vorrangig geprüft werden
Ein konkretes Rechenbeispiel verdeutlicht die finanzielle Dimension: Angenommen, Du bist 55 Jahre alt und schließt eine Pflegetagegeldversicherung mit 50 Euro Tagessatz ab. Du zahlst 30 Jahre lang etwa 95 Euro monatlich, insgesamt also 34.200 Euro. Im Pflegefall erhältst Du dann monatlich 1.500 Euro zusätzlich zu den gesetzlichen Leistungen. Nach nur zwei Jahren Pflegebedürftigkeit hast Du Deine Einzahlungen wieder heraus. Da die durchschnittliche Pflegedauer in Deutschland bei etwa 4 Jahren liegt, würdest Du in diesem Szenario einen klaren finanziellen Vorteil erzielen.
Allerdings musst Du auch das Risiko berücksichtigen, nie pflegebedürftig zu werden. Etwa 30% der Menschen erreichen ein hohes Alter, ohne jemals auf Pflege angewiesen zu sein. In diesem Fall wären Deine Beiträge verloren – es sei denn, Du hast eine Police mit Beitragsrückgewähr, die jedoch deutlich teurer ist.
Alternativen zur Pflegezusatzversicherung: Eigenvorsorge vs. Versicherung
Nicht für jeden ist eine Pflegezusatzversicherung die optimale Lösung. Es gibt durchaus sinnvolle Alternativen, die Du in Betracht ziehen solltest, bevor Du Dich für oder gegen eine Versicherung entscheidest. Der Vergleich zwischen Versicherungsschutz und Eigenvorsorge ist besonders relevant für Menschen mit höherem Einkommen oder bereits vorhandenem Vermögen.
Die klassische Alternative ist der Vermögensaufbau durch Sparen und Investieren. Statt monatlich 90 Euro in eine Pflegezusatzversicherung zu zahlen, könntest Du denselben Betrag in einen breit diversifizierten ETF-Sparplan investieren. Bei einer durchschnittlichen Rendite von 6% pro Jahr würdest Du nach 30 Jahren ein Kapital von etwa 90.000 Euro aufbauen – deutlich mehr, als Du in die Versicherung eingezahlt hättest.
Der Vorteil dieser Strategie: Das Geld gehört Dir und bleibt flexibel verfügbar. Du kannst es im Pflegefall verwenden, aber auch für andere Zwecke oder zur Weitergabe an Deine Kinder. Der Nachteil: Du trägst das volle Risiko. Wenn Du früh pflegebedürftig wirst, hast Du möglicherweise noch nicht genug Kapital aufgebaut. Und wenn die Märkte schlecht laufen, kann Dein Vermögen an Wert verlieren.
Ein Hybrid-Ansatz kombiniert beide Strategien: Du schließt eine Pflegezusatzversicherung mit moderater Leistung ab, etwa 30 Euro Tagessatz statt 50 Euro, und investierst die Differenz in den Vermögensaufbau. So erhältst Du eine Grundabsicherung durch die Versicherung und baust gleichzeitig ein flexibles Kapitalpolster auf. Diese Strategie bietet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheit und Flexibilität.
Eine weitere Alternative ist die frühzeitige Investition in barrierearmes Wohnen. Wer sein Eigenheim rechtzeitig altersgerecht umbaut, kann oft länger zu Hause wohnen bleiben und spart die hohen Kosten einer stationären Unterbringung. Die Umbaukosten von 30.000 bis 50.000 Euro sind eine einmalige Investition, die gleichzeitig den Wohnkomfort erhöht und den Wert der Immobilie steigert. Wenn Du über Haushaltshilfen nachdenkst, solltest Du auch deren langfristige Finanzierung berücksichtigen.
Auch die Familienpflege ist eine Option, die Du nicht außer Acht lassen solltest. In Deutschland werden etwa 80% der Pflegebedürftigen zu Hause durch Angehörige versorgt. Das Pflegegeld der gesetzlichen Versicherung kann dabei helfen, pflegende Angehörige zu entlohnen. Allerdings ist dies eine enorme Belastung für die Familie, sowohl emotional als auch zeitlich.
Ist eine Pflegezusatzversicherung für Dich sinnvoll?
Nach dieser umfassenden Analyse wird deutlich: Die Frage, ob eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist, lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Die Entscheidung hängt von Deiner individuellen Lebenssituation, Deinem Alter, Deinem Vermögen und Deinen persönlichen Prioritäten ab.
Für Menschen zwischen 50 und 60 Jahren mit durchschnittlichem Vermögen und guter Gesundheit ist eine private Pflegezusatzversicherung oft eine sinnvolle Investition. Die monatlichen Beiträge sind noch moderat, die Annahmewahrscheinlichkeit hoch, und das Verhältnis zwischen Kosten und potenziellem Nutzen stimmt. Besonders wenn Du Deine Familie finanziell entlasten und Dein Vermögen schützen möchtest, bietet die Versicherung einen wichtigen Baustein der Altersvorsorge.
Für jüngere Menschen unter 50 Jahren sind alternative Strategien wie der Vermögensaufbau durch Investitionen oft die bessere Wahl. Die lange Laufzeit bis zum wahrscheinlichen Leistungsfall und die Opportunitätskosten sprechen gegen einen frühen Abschluss. Wer sein Geld stattdessen anlegt, behält mehr Flexibilität und kann im Ernstfall aus dem aufgebauten Vermögen schöpfen.
Für Menschen über 60 Jahren lohnt sich eine Einzelfallprüfung. Wenn Du gesund bist und noch zu vertretbaren Konditionen eine Versicherung abschließen kannst, ist dies durchaus sinnvoll. Allerdings solltest Du alternative Absicherungsstrategien nicht außer Acht lassen, wie die Optimierung Deiner Altersvorsorge insgesamt.
Die wichtigsten Handlungsempfehlungen nach Altersgruppen:
Unter 50 Jahren: Fokussiere Dich auf Vermögensaufbau durch Sparen und Investieren. Prüfe regelmäßig Deine finanzielle Situation und entscheide mit 50-55 Jahren erneut.
50-60 Jahre: Hole mehrere Angebote ein und vergleiche intensiv. Dies ist das optimale Zeitfenster für den Abschluss. Achte auf flexible Leistungsanpassungen und moderate Beitragsdynamik.
Über 60 Jahre: Lass eine individuelle Beratung durchführen. Prüfe alternative Strategien wie barrierearmes Wohnen oder kombiniere mehrere Absicherungskonzepte.
Unabhängig von Deinem Alter solltest Du niemals überstürzt handeln. Nimm Dir Zeit für einen gründlichen Vergleich verschiedener Anbieter und Tarife. Die Unterschiede zwischen den Versicherern sind erheblich – sowohl bei den Leistungen als auch bei den Beiträgen. Ein unabhängiger Versicherungsmakler kann Dir dabei helfen, das für Deine Situation optimale Angebot zu finden.
Die Pflegezusatzversicherung ist kein Ersatz für eine umfassende Altersvorsorge, sondern ein Baustein davon. Sie funktioniert am besten in Kombination mit anderen Vorsorgemaßnahmen wie einer soliden Rentenversicherung, einem diversifizierten Vermögensaufbau und einer gesunden Lebensführung. Auch die Frage nach weiteren Versicherungen im Alter sollte ganzheitlich betrachtet werden.
Häufige Fragen zur Pflegezusatzversicherung
Lohnt sich eine Pflegezusatzversicherung wirklich?
Eine Pflegezusatzversicherung lohnt sich besonders für Menschen zwischen 50 und 60 Jahren mit durchschnittlichem Vermögen. In diesem Alter ist das Verhältnis zwischen Beitrag und Leistung optimal. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt im Ernstfall nur etwa 40-50% der tatsächlichen Kosten. Die verbleibende Pflegelücke von durchschnittlich 2.500 Euro monatlich kann ohne private Absicherung schnell zur finanziellen Belastung werden.
Ab welchem Alter sollte ich eine Pflegezusatzversicherung abschließen?
Das ideale Einstiegsalter liegt zwischen 50 und 60 Jahren. Jüngere Menschen sollten vorrangig Vermögen aufbauen, da die Wahrscheinlichkeit der Pflegebedürftigkeit vor 50 sehr gering ist. Ab 60 Jahren steigen die Beiträge deutlich, und Gesundheitsprüfungen werden strenger. Wer früher abschließt, zahlt zwar niedrigere monatliche Beiträge, aber über einen längeren Zeitraum.
Was kostet eine gute Pflegezusatzversicherung monatlich?
Die Kosten variieren stark nach Alter, Geschlecht und gewünschter Leistung. Ein 50-jähriger Mann zahlt für einen Tagessatz von 50 Euro etwa 75 Euro monatlich, eine gleichaltrige Frau circa 90 Euro. Bei einem 60-Jährigen steigen die Beiträge auf etwa 130 Euro (Mann) bzw. 160 Euro (Frau). Frauen zahlen mehr, da sie statistisch länger leben und häufiger pflegebedürftig werden.
Wie hoch sollte das Pflegetagegeld sein?
Experten empfehlen ein Pflegetagegeld von mindestens 50 Euro, besser 70-80 Euro pro Tag. Bei einem Tagessatz von 50 Euro erhältst Du im höchsten Pflegegrad 5 etwa 1.500 Euro monatlich zusätzlich zur gesetzlichen Leistung. Damit kannst Du die Pflegelücke zu etwa zwei Dritteln schließen. Wer in Ballungsräumen lebt, sollte höhere Beträge wählen, da die Pflegekosten dort deutlich über dem Durchschnitt liegen.
Kann ich auch mit Vorerkrankungen noch eine Pflegezusatzversicherung abschließen?
Das hängt von der Art und Schwere der Erkrankung ab. Bei bestimmten Vorerkrankungen wie Demenz, Parkinson oder schweren Herzerkrankungen lehnen die meisten Versicherer den Antrag ab. Bei milderen Erkrankungen sind Risikozuschläge möglich. Eine Alternative ist der Pflege-Bahr, der ohne Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden kann – allerdings mit niedrigeren Leistungen und einer fünfjährigen Wartezeit.
Was ist besser: Pflegetagegeld oder Pflegekostenversicherung?
Für die meisten Menschen ist die Pflegetagegeldversicherung die bessere Wahl. Sie bietet maximale Flexibilität, da Du das Geld frei verwenden kannst, ohne Rechnungen vorlegen zu müssen. Die Pflegekostenversicherung erstattet nur nachgewiesene Kosten und ist in der Regel teurer. Sie eignet sich für Menschen, die eine professionelle Pflege planen und Wert auf maximale Kostendeckung legen.
Wie unterscheidet sich die private Pflegezusatzversicherung vom Pflege-Bahr?
Der Pflege-Bahr ist eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung mit einer Zulage von 5 Euro monatlich. Der große Vorteil: Er ist ohne Gesundheitsprüfung abschließbar. Die Nachteile sind niedrigere Leistungen im Vergleich zu regulären Pflegetagegeldversicherungen, eine fünfjährige Wartezeit mit reduzierten Leistungen und die Pflicht, mindestens 10 Euro monatlich einzuzahlen. Für gesunde Menschen ist eine reguläre Pflegetagegeldversicherung meist die bessere Wahl.
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