Zusammenfassung
Die vollständigen Wandaufbauten für F30, F60 und F90 mit exakten Plattenlagen, Dämmstärken und Gesamtdicken, dazu Brandschutzdecken, Stahlträgerverkleidung, Schottung von Durchführungen und eine Kostenübersicht pro Quadratmeter.
Zusammenfassung
Die vollständigen Wandaufbauten für F30, F60 und F90 mit exakten Plattenlagen, Dämmstärken und Gesamtdicken, dazu Brandschutzdecken, Stahlträgerverkleidung, Schottung von Durchführungen und eine Kostenübersicht pro Quadratmeter.
Der Unterschied zwischen einer F30- und einer F90-Wand sieht von außen aus wie nichts. Beide sind verputzt, gestrichen und unauffällig. Im Inneren liegt allerdings der Unterschied zwischen einer und drei Plattenlagen je Seite, zwischen 60 und 100 Millimeter Dämmung und zwischen etwa 70 und 145 Euro pro Quadratmeter.
Wer den falschen Aufbau wählt, hat im besten Fall Geld verschenkt. Im schlechteren Fall fehlt die Systemzulassung, das Bauamt verweigert die Abnahme, und im Schadensfall stellt die Versicherung Fragen.
Dieser Ratgeber zum Brandschutz im Trockenbau liefert die vollständigen Aufbauten für F30, F60 und F90 mit exakten Schichtdicken, dazu die Brandschutzdecke, die häufigsten Ausführungsfehler und eine Kostenübersicht.
Brandschutz im Trockenbau: Was F30, F60 und F90 bedeuten
Die Zahl gibt an, wie viele Minuten ein Bauteil dem Normbrand nach DIN 4102 standhält, ohne dass Flammen oder Rauch durchdringen und ohne dass es seine Tragfähigkeit verliert. F30 hält 30 Minuten, F90 hält 90 Minuten.
Der Buchstabe F steht für die klassische deutsche Bezeichnung. Nach der europäischen Norm DIN EN 13501-2 heißen dieselben Klassen EI 30, EI 60 und EI 90 bei nichttragenden Wänden. In Bauunterlagen tauchen beide Systeme auf.
| Klassifizierung deutsch | Europäisch (nichttragend) | Schutzdauer | Typische Vorschrift |
|---|---|---|---|
| F30 | EI 30 | 30 Minuten | Wohngebäude bis 7 m Höhe |
| F60 | EI 60 | 60 Minuten | Gebäude bis 13 m, Büro, Hotel |
| F90 | EI 90 | 90 Minuten | Gebäude über 13 m, Sonderbauten |
Welche Klasse wo gefordert ist, regeln die Landesbauordnungen, nicht der Bauherr. Bei Sonderbauten wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Versammlungsstätten kommen zusätzlich eigene Verordnungen dazu.
Vergleich der drei Klassen auf einen Blick
| Merkmal | F30 | F60 | F90 |
|---|---|---|---|
| GKF-Lagen je Wandseite | 1 x 12,5 mm | 2 x 12,5 mm | 3 x 12,5 mm oder 2 x 18 mm |
| Gipskarton je Seite | 12,5 mm | 25 mm | 37,5 mm |
| Ständerprofil | CW 50 bis CW 75 | CW 75 | CW 75 bis CW 100 |
| Mineralwolle | 40 bis 60 mm | 60 bis 80 mm | 80 bis 100 mm |
| Gesamtdicke der Wand | rund 100 mm | rund 125 mm | rund 175 mm |
| Materialkosten | 25 bis 35 € pro m² | 45 bis 65 € pro m² | 60 bis 85 € pro m² |
| Gesamtkosten mit Montage | 55 bis 80 € pro m² | 90 bis 130 € pro m² | 120 bis 170 € pro m² |
| Fugenversatz zwischen den Lagen | entfällt | mindestens 40 cm | mindestens 40 cm, jede Lage |
| Typische Anwendung | Wohnhaus, Bürotrennwand | Hotel, Bürogebäude | Hochhaus, Klinik, Schule |
Die Kostendifferenz zwischen F30 und F90 beträgt rund 65 bis 90 Euro pro Quadratmeter. Bei einer Wandfläche von 100 Quadratmetern sind das 6.500 bis 9.000 Euro Unterschied. Deshalb lohnt sich die Klärung, welche Klasse wirklich vorgeschrieben ist, bevor irgendetwas bestellt wird.
F30 Wand Trockenbau Aufbau
Die F30-Wand ist der Standardfall im Wohnungsbau. 30 Minuten reichen aus, damit Bewohner das Gebäude verlassen können und die Feuerwehr eintrifft.
Die Schichtenfolge
| Schicht | Aufbau |
|---|---|
| Raumseite A | 1 x GKF 12,5 mm |
| Ständerwerk | CW 50 bis CW 75, Achsabstand 62,5 cm |
| Hohlraum | 40 bis 60 mm Mineralwolle, Schmelzpunkt über 1.000 Grad |
| Raumseite B | 1 x GKF 12,5 mm |
Gesamtdicke rund 100 Millimeter.
Die Ausführung Schritt für Schritt
- UW-Profile setzen: Verzinktes Stahlblech an Boden und Decke, darunter ein Mineralwolle-Dichtband von rund 3 Millimeter Stärke. Dieses Band schließt den Spalt zwischen Profil und Rohbau.
- CW-Profile einstellen: Achsabstand 62,5 Zentimeter. Die Profile werden nicht mit den UW-Profilen verschraubt, sondern nur eingestellt, damit sich die Wand bei Deckendurchbiegung bewegen kann.
- Dämmung einlegen: Mineralwolle der Baustoffklasse A1 mit einem Schmelzpunkt über 1.000 Grad, lückenlos zwischen den Ständern. Jeder Hohlraum ist eine Schwachstelle.
- GKF-Platten aufschrauben: Schraubenabstand maximal 25 Zentimeter am Plattenrand, maximal 75 Zentimeter in der Fläche. Die Köpfe müssen plan versenkt sein, dürfen den Karton aber nicht durchstoßen.
- Fugen schließen: Zweilagig mit Brandschutzspachtel und eingelegtem Fugenstreifen. Eine durchgehende offene Fuge macht die gesamte Klassifizierung hinfällig.
Materialkosten im Detail
| Position | Material | Brandklasse | Kosten |
|---|---|---|---|
| UW-Bodenprofil | verzinktes Stahlblech | A1 | 4 bis 7 € pro lfm |
| CW-Ständerprofil | verzinktes Stahlblech | A1 | 4 bis 7 € pro lfm |
| Mineralwolle 60 mm | Steinwolle über 1.000 Grad | A1 | 6 bis 10 € pro m² |
| GKF-Platte 12,5 mm | Gipskarton-Feuerschutz | A2 | 8 bis 12 € pro m² |
| Brandschutzspachtel | mineralisch | A1 | 2 bis 4 € pro m² |
| Dichtband | Mineralwolle | A1 | 3 bis 6 € pro lfm |
Wann F30 ausreicht
- Trennwände zwischen Wohneinheiten in Gebäuden bis etwa 7 Meter Höhe
- Innenwände in Einfamilienhäusern
- Bürotrennwände in niedrigen Gebäuden
- Abstellräume ohne erhöhte Brandlast
F60 Wand Trockenbau Aufbau
Der Sprung von F30 auf F60 entsteht praktisch allein durch die zweite Plattenlage je Seite. Das Ständerwerk bleibt im Prinzip gleich.
| Schicht | Aufbau |
|---|---|
| Raumseite A | 2 x GKF 12,5 mm, Fugen versetzt |
| Ständerwerk | CW 75, Achsabstand 62,5 cm |
| Hohlraum | 60 bis 80 mm Mineralwolle |
| Raumseite B | 2 x GKF 12,5 mm, Fugen versetzt |
Gesamtdicke rund 125 Millimeter, Kosten 90 bis 130 Euro pro Quadratmeter inklusive Montage.
Entscheidend ist der Fugenversatz. Die zweite Lage darf nicht deckungsgleich auf die erste gesetzt werden. Mindestens 40 Zentimeter Versatz, besser eine halbe Plattenbreite. Durchgehende vertikale Fugen sind genau die Stellen, an denen Hitze früher durchdringt.
Vorgeschrieben ist F60 typischerweise für Bürogebäude mittlerer Höhe, Hotels und Wohngebäude ab etwa vier Geschossen.
F90 Trockenbauwand Aufbau: der vollständige Schichtaufbau
Hier liegt der eigentliche Schwerpunkt, weil F90 die anspruchsvollste reguläre Klasse ist und die meisten Ausführungsfehler produziert.
Die Schichtenfolge
| Schicht | Aufbau | Dicke |
|---|---|---|
| Raumseite A, Lage 3 | GKF 12,5 mm | 12,5 mm |
| Raumseite A, Lage 2 | GKF 12,5 mm, Fugen versetzt | 12,5 mm |
| Raumseite A, Lage 1 | GKF 12,5 mm, direkt auf den Ständer | 12,5 mm |
| Ständerwerk | CW 75 oder CW 100, Achsabstand 62,5 cm | 75 bis 100 mm |
| Hohlraum | Mineralwolle A1, Schmelzpunkt über 1.000 Grad | 80 bis 100 mm |
| Raumseite B, Lage 1 | GKF 12,5 mm, direkt auf den Ständer | 12,5 mm |
| Raumseite B, Lage 2 | GKF 12,5 mm, Fugen versetzt | 12,5 mm |
| Raumseite B, Lage 3 | GKF 12,5 mm | 12,5 mm |
| Gesamt | 150 bis 175 mm |
Alternativ arbeiten manche Systeme mit zwei Lagen à 18 Millimeter Hochtemperatur-GKF statt drei Lagen à 12,5 Millimeter. Das spart Arbeitsgänge, kostet aber beim Material mehr. Welche Variante zulässig ist, steht in der jeweiligen Systemzulassung.
Brandschutz F90 Gipskarton Aufbau: die Plattenwahl
Nicht jede rötliche Platte ist gleich. Für F90 kommen zwei Produktgruppen infrage.
| Plattentyp | Dicke | Brandklasse | Kosten pro m² | Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| GKF-Standardplatte | 12,5 mm | A2 | 8 bis 12 € | drei Lagen je Seite |
| GKF-Standardplatte | 15 mm | A2 | 11 bis 15 € | zwei bis drei Lagen je Seite |
| Hochtemperatur-GKF | 15 mm | A1 | 15 bis 22 € | zwei Lagen je Seite |
| Hochtemperatur-GKF | 18 mm | A1 | 18 bis 26 € | zwei Lagen je Seite |
GKF-Platten enthalten Glasfasern und mineralische Zuschläge, die den Gipskern bei Hitze zusammenhalten. Normale Gipskartonplatten zerfallen dagegen, sobald das im Gips gebundene Kristallwasser ausgetrieben ist. Der Unterschied ist an der Farbe erkennbar: GKF ist rot, Standard ist grau, imprägnierte Feuchtraumplatten sind grün.
Ständerwerk und Achsabstand
Bei F90 wird die Profilwahl relevant. Ab Wandhöhen von etwa 3 Metern verlangen die meisten Zulassungen CW 100 statt CW 75, teilweise auch einen reduzierten Achsabstand von 41,7 Zentimetern statt 62,5. Beides steht in der Systemzulassung des Herstellers und ist nicht verhandelbar. Wer den Achsabstand vergrößert, um Material zu sparen, verliert die Zulassung.
Fugenversatz bei drei Lagen
Bei drei Plattenlagen müssen alle drei gegeneinander versetzt sein, nicht nur Lage eins gegen Lage zwei. Praktisch heißt das: Lage eins beginnt an der Wandecke mit einer vollen Platte, Lage zwei mit einer um ein Drittel gekürzten, Lage drei mit einer um zwei Drittel gekürzten. So liegt an keiner Stelle eine durchgehende Fuge über alle Lagen.
Sonderfall Stahlträger
Ungeschützter Stahl verliert bei rund 500 Grad seine Tragfähigkeit, und diese Temperatur wird im Brandfall oft schon in den ersten 15 Minuten erreicht. Wenn ein Stahlträger in eine F90-Konstruktion einbindet, muss er mitverkleidet werden.
Die übliche Lösung ist eine Kastenverkleidung aus GKF-Platten, die den Träger auf allen freiliegenden Seiten umschließt. Je nach Profilfaktor sind zwei oder drei Lagen nötig. Kosten: 140 bis 195 Euro pro Quadratmeter Verkleidungsfläche. Der genaue Aufbau richtet sich nach dem U/A-Wert des Profils, das rechnet ein Brandschutzplaner aus.
Durchführungen
Jede Leitung, jedes Rohr und jeder Kabelstrang, der eine F90-Wand durchdringt, braucht ein bauaufsichtlich zugelassenes Brandschutzschott. Ohne Schott ist die Wand keine F90-Wand mehr, egal wie sorgfältig der Rest ausgeführt wurde.
| Durchführung | Lösung | Kosten je Stück |
|---|---|---|
| Einzelkabel | Brandschutzmanschette oder Schaum | 25 bis 50 € |
| Kabelbündel | Kabelschott mit Dämmschichtbildner | 80 bis 250 € |
| Kunststoffrohr | Rohrmanschette | 40 bis 120 € |
| Lüftungskanal | Brandschutzklappe | 150 bis 400 € |
| Metallrohr | Rohrschott | 60 bis 180 € |
Brandschutzdecke: F30, F60 und F90
Wände trennen horizontal, Decken vertikal. Eine Brandschutzdecke verhindert, dass Feuer über die Geschossdecke nach oben durchschlägt. Der Aufbau folgt derselben Logik wie bei der Wand, hat aber eine zusätzliche kritische Komponente: die Abhänger.
F30-Decke
Der häufigste Fall im Wohnungs- und Bürobau. Eine abgehängte Decke aus CD-Profilen mit einer Lage GKF 12,5 Millimeter, dazu Standardabhänger. Kosten: 65 bis 95 Euro pro Quadratmeter inklusive Montage.
Wichtig ist der Randanschluss. Zwischen Deckenbeplankung und angrenzender Wand gehört eine fugengefüllte Anschlussausbildung, keine offene Schattenfuge. Auch Einbauleuchten sind ein Thema: Jede Öffnung in der Beplankung braucht eine geprüfte Brandschutzkapsel, sonst ist die Klassifizierung dahin.
F60- und F90-Decke
Ab F60 dürfen ausschließlich feuerwiderstandsgeprüfte Abhänger verwendet werden. Standardabhänger versagen unter Hitze und die Decke fällt herunter, bevor die Beplankung ihre Schutzwirkung überhaupt entfalten kann.
| Deckenklasse | GKF-Lagen | Abhänger | Materialkosten | Montage | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| F30 | 1 x 12,5 mm | Standard | 30 bis 45 € pro m² | 35 bis 50 € pro m² | 65 bis 95 € pro m² |
| F60 | 2 x 12,5 mm | geprüft | 50 bis 70 € pro m² | 50 bis 70 € pro m² | 100 bis 140 € pro m² |
| F90 | 3 x 12,5 mm | geprüft F90 | 70 bis 95 € pro m² | 70 bis 100 € pro m² | 140 bis 195 € pro m² |
Bei Sanierungen im Bestand steigen diese Kosten um 30 bis 50 Prozent, weil die alte Unterdecke demontiert, Anschlüsse nachgearbeitet und Gewerke koordiniert werden müssen. Ein Klinikkorridor mit 100 Quadratmetern Deckenfläche landet in F90 bei rund 14.000 bis 19.500 Euro.
Wenn Brandschutz und Schallschutz zusammenkommen
Häufig ist dieselbe Wand sowohl brandschutz- als auch schallschutzpflichtig, etwa eine Wohnungstrennwand im Mehrfamilienhaus. Die gute Nachricht: Die Maßnahmen widersprechen sich nicht, sie ergänzen sich sogar.
Mehr Masse hilft beiden Zielen. Eine dreilagig beplankte F90-Wand erreicht nebenbei sehr gute Schalldämmwerte. Umgekehrt gilt das nicht: Eine schalloptimierte Wand mit Federschienen ist nicht automatisch brandschutzklassifiziert, weil die Federschiene in der Systemzulassung stehen muss.
Zwei Punkte sind kritisch. Erstens dürfen Entkopplungselemente nur eingesetzt werden, wenn sie Teil der geprüften Brandschutzkonstruktion sind. Zweitens muss die Dämmung beide Anforderungen erfüllen, also Baustoffklasse A1 mit hohem Schmelzpunkt und gleichzeitig die richtige Rohdichte für die akustische Wirkung.
Welcher Wandaufbau welchen Schalldämmwert erreicht, steht ausführlich im Ratgeber zum Schallschutz im Trockenbau. Wer beides braucht, plant zuerst den Brandschutz und optimiert dann innerhalb der zugelassenen Varianten auf Schalldämmung.
Die häufigsten Ausführungsfehler
- Standard-Gipskarton statt GKF: Der teuerste Fehler überhaupt, weil er die komplette Neuausführung erzwingt. Prüfe die Plattenfarbe bei Anlieferung.
- Fehlender Fugenversatz: Deckungsgleiche Fugen über mehrere Lagen bilden einen durchgehenden Kanal für Hitze.
- Lücken in der Dämmung: Besonders über Türstürzen, in Randbereichen und hinter Installationen.
- Ungeschottete Durchführungen: Ein einzelnes nachträglich gebohrtes Kabelloch hebt die Klassifizierung auf.
- Offene Anschlussfugen: An Boden, Decke und angrenzenden Bauteilen muss fugenlos angeschlossen werden.
- Zu große Schraubenabstände: Über 25 Zentimeter am Plattenrand fehlt die nötige Anpresskraft.
- Fehlende Dokumentation: Ohne Fotos der verdeckten Schichten kannst Du gegenüber Bauaufsicht und Versicherung nichts nachweisen.
Genehmigung, Nachweis und Haftung
Ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Die Feuerwiderstandsklasse gilt immer für das gesamte geprüfte System, nicht für einzelne Bauteile. Wer GKF-Platten von Hersteller A mit Profilen von Hersteller B und Dämmung von Hersteller C kombiniert, hat kein zugelassenes System mehr, selbst wenn jede Komponente für sich geeignet wäre.
Änderungen an brandschutzrelevanten Bauteilen sind in aller Regel genehmigungspflichtig. Das gilt besonders für Wände zwischen Brandabschnitten und für tragende Bauteile. Kläre das vor Baubeginn mit der zuständigen Bauaufsichtsbehörde.
Rechtlich darfst Du im eigenen Gebäude selbst bauen. Praktisch verlierst Du damit aber den Systemnachweis, weil Hersteller die Zulassung an die fachgerechte Ausführung knüpfen. Im Schadensfall kann das erhebliche Folgen haben. Ab F60 solltest Du deshalb einen zertifizierten Fachbetrieb beauftragen.
Über anyhelpnow findest Du Trockenbauer, die auf Brandschutzkonstruktionen spezialisiert sind. Für die brandschutzgerechte Leitungsverlegung und die Schottung von Durchführungen vermittelt die Plattform außerdem Elektriker mit entsprechender Erfahrung.
Kostenübersicht für ein konkretes Projekt
Ein Rechenbeispiel für 100 Quadratmeter Wandfläche, jeweils inklusive Material und Montage:
| Ausführung | Kosten gesamt | Zusätzlich |
|---|---|---|
| F30 | 5.500 bis 8.000 € | Schottungen nach Bedarf |
| F60 | 9.000 bis 13.000 € | Schottungen, ggf. Brandschutztür |
| F90 | 12.000 bis 17.000 € | Schottungen, Klappen, ggf. Stahlverkleidung |
Dazu kommen bei allen Varianten Durchführungen mit 25 bis 400 Euro je Stück und, sofern erforderlich, Brandschutztüren mit 800 bis 2.500 Euro je Element.
Häufige Fragen zum Brandschutz im Trockenbau
Wie sieht der Aufbau einer F90-Trockenbauwand aus?
Drei Lagen GKF-Platten zu je 12,5 Millimeter auf jeder Wandseite, dazwischen ein CW-75- oder CW-100-Ständerwerk mit 80 bis 100 Millimeter Mineralwolle der Klasse A1. Gesamtdicke 150 bis 175 Millimeter. Alternativ zwei Lagen Hochtemperatur-GKF zu je 18 Millimeter, sofern die Systemzulassung das vorsieht.
Was unterscheidet den F30- vom F90-Aufbau?
Vor allem die Anzahl der Plattenlagen: eine Lage je Seite bei F30, drei bei F90. Dazu kommen stärkere Dämmung, meist kräftigere Profile und ein zwingender Fugenversatz zwischen allen Lagen. Die Kosten liegen bei F90 rund doppelt so hoch.
Wie dick ist eine F90-Wand?
Je nach Profilwahl zwischen 150 und 175 Millimetern. Mit CW 100 und drei Plattenlagen je Seite kommst Du auf 175 Millimeter.
Kann ich normale Gipskartonplatten für eine Brandschutzwand verwenden?
Nein. Erforderlich sind Gipskarton-Feuerschutzplatten, erkennbar an ihrer roten Farbe. Sie enthalten Glasfasern und mineralische Zuschläge, die den Gipskern unter Hitze zusammenhalten. Standardplatten zerfallen, sobald das Kristallwasser ausgetrieben ist.
Was kostet eine F90-Wand pro Quadratmeter?
Material und Montage zusammen 120 bis 170 Euro pro Quadratmeter. Bei 100 Quadratmetern Wandfläche also 12.000 bis 17.000 Euro, zuzüglich Schottungen für Durchführungen.
Wie ist eine F30-Decke aufgebaut?
Abgehängte Unterkonstruktion aus CD-Profilen mit Standardabhängern, darauf eine Lage GKF 12,5 Millimeter. Einbauleuchten brauchen geprüfte Brandschutzkapseln, der Randanschluss muss geschlossen ausgeführt werden. Kosten 65 bis 95 Euro pro Quadratmeter.
Was kostet eine Brandschutzdecke in F90?
140 bis 195 Euro pro Quadratmeter inklusive Montage. Dazu kommen Brandschutzklappen mit 150 bis 400 Euro je Stück und Schotten für Leitungsdurchführungen mit 25 bis 80 Euro je Stück. Bei Nachrüstungen im Bestand steigen die Kosten um 30 bis 50 Prozent.
Brauche ich für eine F90-Wand eine Baugenehmigung?
In der Regel ja. Änderungen an brandschutzrelevanten Bauteilen, insbesondere an Wänden zwischen Brandabschnitten, sind genehmigungspflichtig. Kläre das vor Baubeginn mit der Bauaufsichtsbehörde.
Muss ein Fachbetrieb die Brandschutzwand ausführen?
Rechtlich nicht zwingend. Praktisch verlierst Du bei Eigenleistung aber den Systemnachweis des Herstellers, weil die Zulassung an die fachgerechte Ausführung geknüpft ist. Ab F60 ist ein zertifizierter Betrieb dringend zu empfehlen.
Wie erkenne ich, welche Klasse eine bestehende Wand hat?
Rötliche Platten und mehrlagige Beplankung sind Hinweise, aber kein Nachweis. Sicherheit gibt nur die Bauakte oder die Prüfung durch einen Sachverständigen. Bei Zweifeln vor einem Umbau immer prüfen lassen.
Fazit
Der Unterschied zwischen den Klassen liegt fast vollständig in der Anzahl der Plattenlagen und der Dämmstärke. Der Unterschied zwischen einer funktionierenden und einer wertlosen Brandschutzwand liegt dagegen in der Ausführung.
Drei Dinge entscheiden: das durchgehend eingesetzte Systemmaterial eines Herstellers, der Fugenversatz zwischen allen Lagen und die vollständige Schottung jeder Durchführung. Wer an einer dieser Stellen improvisiert, hat eine teure Wand ohne Klassifizierung gebaut.
Klär deshalb vor der Materialbestellung zwei Fragen: Welche Klasse verlangt die Bauordnung an dieser Stelle, und welches Herstellersystem soll durchgängig verwendet werden. Alles Weitere ergibt sich aus der Zulassung.
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